REVIEW: tado V3+ Heizkörperthermostat – HomeKit-Heizkörperthermostat mit Bridge

Vor nicht allzu langer Zeit hat der deutsche Hersteller tado° durch ein neues Abo-Modell für Funktionen seiner Heizkörperthermostate von sich reden gemacht. Was dem Nutzer diese Funktionen bringen und in wie weit die neuen V3+ Heizkörperthermostate trotzdem überzeugen, erfahrt ihr im nachfolgenden Testbericht. 

In der Vergangenheit habe ich euch bereits die HomeKit-Heizkörperthermostaten Eve Thermo (66,99 EUR; Amazon-LinkTestbericht) und Fibaro Heat Controller (96,26 EUR; Amazon-LinkTestbericht) ausführlich vorgestellt. Diese beiden Heizkörperthermostate können ohne Bridge mit eurem HomeKit-System verbunden werden. Der deutsche Hersteller tado° hingegen setzt bei seinen V3+ Heizkörperthermostaten (Starter-Kit Preis 109,21 EUR; Amazon-Link) auf eine HomeKit-kompatible Bridge. Ob dies besser oder schlechter ist und was die Thermostate euch ansonsten bieten, möchte ich heute im folgenden Testbericht ein wenig genauer erläutern. 

Zuerst einmal kommen wir zum Lieferumfang der V3+ Thermostate. Der besteht aus dem batteriebetriebenen (2x AA Batterie) und wirklich erstklassig verarbeiteten Heizkörperthermostat, diversen Adaptern zum Anschluss an verschiedene Heizkörper, der zum Betrieb notwendigen Bridge inkl. LAN-Kabel, USB-Kabel und Netzstecker sowie dem üblichen Papierkram wie einer Kurzanleitung zur Einrichtung. Alles kommt dabei sehr hochwertig verpackt in einem kleinen Paket daher. 

Zur Einrichtung benötigt ihr als erstes die iOS (bzw. Android)-App von tado° (AppStore-Link). In dieser erhaltet ihr eine Schritt für Schritt Anleitung, um die smarten Heizkörperthermostate einzurichten und anzuschließen. Zuerst muss dafür natürlich die mitgelieferte Bridge mit eurem Router und dem Stromnetz (wahlweise per Netzstecker oder wie in meinem Fall per USB-Kabel am Router) verbunden werden. Anschließend lässt sich das Heizkörperthermostat leicht durch Scannen eines auf dem Thermostat befindlichen QR-Codes und dem Drücken der Pairing-Taste mit der Bridge koppeln.

Der ohnehin meist unkomplizierte Anschluss der Thermostate am Heizkörper sollte dann dank der diversen Adapter kein Problem mehr darstellen. In meinem Fall habe ich ein handelsübliches Heimeier-Thermostat ohne den Einsatz eines Adapters anschließen können. Dazu musste ich das alte Thermostat mit einer Wasserpumpen-Zange lösen und abdrehen, das tado° Thermostat in seine zwei Teile (Bajonettverschluss und eigentliches Heizkörperthermostat) zerlegen, was durch einfaches auseinanderstecken funktioniert, und anschließend den Bajonettverschluss auf den Anschluss am Heizkörper montieren. Danach noch kurz das eigentliche Heizkörperthermostat wieder auf den Bajonettanschluss stecken und schon war das V3+ Thermostat einsetzbar. Alles in Allem hat das Anschließen der Thermostate nur wenige Minuten gedauert. 

Die Steuerung der V3+ Heizkörperthermostate erfolgt danach über das Thermostat oder über die tado° App. Am Gerät selber lässt sich natürlich nur die Temperatur hoch- bzw. herunterdrehen, wobei kurz die aktuell eingestellte Temperatur durch die LED-Beleuchtung angezeigt wird. Die App bietet darüber hinaus noch viele weitere Möglichkeiten und wird auch benötigt, um die Thermostate in euer HomeKit-System einzubinden und über eure bevorzugte HomeKit-App oder per Siri zu steuern. Dazu müsst ihr unter dem Einstellungen-Reiter ganz nach unten Scrollen und den Menüpunkt „HomeKit“ auswählen. Außerdem wird auch eine Steuerung per Amazon Alexa, Google Assistent oder IFTTT unterstützt. 

Im Gegensatz zu den bereits bekannten Einstellungsmöglichkeiten in der Home-App von Apple, die wie üblich das Ein- und Ausschalten der Thermostate, die Auswahl der Temperatur oder die HomeKit-Automationen umfassen, bietet die tado°-App wie erwähnt noch einige andere Funktionen. Hier muss jedoch gesagt werden, dass nicht alle Funktionen, die tado° als Skills bezeichnet, frei nutzbar sind, da einige an das kritisierte Abo-Modell gekoppelt wurden und erst durch die Zahlung eines monatlichen bzw. jährlichen Betrages von 2,99 EUR bzw. 24,99 EUR freigeschaltet werden. 

Die Skills umfassen dabei

– die ortsabhängige Steuerung der Thermostate (kostenpflichtig), durch die ihr z.B. abhängig vom Standort eures iPhones die Temperatur einstellen könnt,

– eine Wettervorhersage-Steuerung, in der „die natürliche Energie der Sonne“ genutzt wird um die Temperatur einzustellen,

– eine Fenster-Offen-Erkennung (kostenpflichtig), welche die Thermostate für einen von euch eingestellten Zeitraum ausschaltet, sobald ein offenes Fenster erkannt wird,

– den Auto-Assist-Skill (kostenpflichtig), der das Energiesparen noch einfacher gestalten soll und zum Freischalten der ortsabhängigen Steuerung und Fenster-Offen-Erkennung benötigt wird, 

– einen intelligenten Zeitplan, in dem ihr manuell Zeiten für das Heizen des Raumes festlegen könnt, und

– den Raumluft-Komfort-Skill, der euch hilfreiche Tipps liefert und Einblicke zur aktuellen Luftgüte bereitstellt.

Außerdem findet ihr in der App auch diverse Auswertungen und Statistiken, könnt Personen zu euerm Zuhause hinzufügen (per Email-Adresse) oder eine Temperatur-Korrektur vornehmen, damit die am Heizkörperthermostat gemessene Temperatur wirklich mit der Raumtemperatur übereinstimmt. Misst das Thermostat also z.B. eine Temperatur von 23°, der Raum ist aber nur 20° warm, dann solltet ihr hier „-3“ einstellen. 

Die kostenpflichtigen Skills sind im Übrigen nicht zwingend notwendig, da sich z.B. auch die ortsabhängige Steuerung und die Fenster-Offen-Erkennung mit HomeKit bzw. zusätzlichen HomeKit-Produkten (Fensterkontakten) realisieren lässt. In meinem Test war die ortsabhängige Steuerung von tado° jedoch deutlich genauer als die ortsabhängige Steuerung per HomeKit. Die Fenster-Offen-Erkennung funktionierte hingegen mit zusätzlichen HomeKit-Geräten besser, wobei hier leider mehrere Automationen hinterlegt werden müssen und natürlich zusätzliche Geräte von Nöten sind, in der tado°-App reicht hingegen eine Automation und anhand der fallenden Temperatur wird erkannt, dass ein Fenster geöffnet sein muss. 

Ob ihr euch nun für den Auto-Assist-Skill und die monatlichen bzw. jährlichen Gebühren entscheidet, müsst ihr selber wissen. Ich für meinen Teil bin wie auch der Großteil der Kunden nicht sehr begeistert von kostenpflichtigen Funktionen für meine Heimautomatisierung, muss jedoch sagen, dass die tado° Thermostate in Sachen Zuverlässigkeit oder Qualität noch einmal über den von mir ebenfalls eingesetzten Eve Thermo und Fibaro Heat Controller liegen. Beim Eve Thermo z.B., welches sich nur per Bluetooth mit meinem HomeKit-System verbinden lässt, entstehen je nach Entfernung zum nächsten AppleTV, iPad oder HomePod gelegentlich Verbindungsprobleme. Außerdem funktioniert die Touch-Steuerung des Eve Thermo nicht so gut wie die Steurerung des tado° V3+ Thermostats durch drehen am eigentlichen Thermostat. Der Fibaro Heat Controller bietet zwar eine bessere Zuverlässigkeit als das Eve Thermo, ist aber in seiner Steuerung (ebenfalls durch drehen, jedoch nicht mit genauer Temperaturanzeige) und Qualität den anderen Thermostaten ein wenig unterlegen und darüber hinaus auch relativ teuer. 

Was bleibt also als Fazit übrig? Die tado° Heizkörperthermostate sind schon eine klasse Erfindung, die während meines Tests immer sehr zuverlässig funktioniert haben. Gerade aus diesem Punkt, der bei den anderen HomeKit-Thermostaten ohne Bridge nicht immer optimal ist, überlege ich letztere komplett durch tado° Thermostate zu ersetzen. Neben dem aktuell 109,21 EUR teuren Starter-Paket (Amazon-Link) liegen die zusätzlichen Thermostate preislich gesehen mit 66,41 EUR (Amazon-Link) ja fast gleichauf mit dem Eve Thermo Heizkörperthermostaten (66,99 EUR; Amazon-Link) und deutlich unter denen von Fibaro (96,26 EUR; Amazon-Link). Lediglich die Anschaffung des Starter Kits ist etwas teuerer. Hier hatte ich aber das Glück, kostenfrei eines von tado° für diesen Testbericht zu erhalten. Das tado° auf ein Abo-Modell für bestimmte Funktionen setzt, ist zwar nicht sonderlich schön, stört mich in der Hinsicht, dass die Funktionen auch mit HomeKit-Bordmitteln bzw. zusätzlichen HomeKit-Produkten nachgebaut werden können, jedoch nicht. 

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