REVIEW: Dreame H11 Max Staubsauger mit Wischfunktion ausprobiert

Auch wenn er weniger smart ist, möchte ich euch heute einmal den Dreame H11 Max Akku-Staubsauger mit Wischfunktion vorstellen.

Vor einigen Wochen wurden die ersten Infos zum Dreame H11 bzw. H11 Max bekannt. Bei diesen handelt es sich um die beiden neuen Akku-Staubsauger mit Wischfunktion des zum Xiaomi Ökosystem gehörenden Unternehmens Dreame. Kurze Zeit nach der Vorstellung erreichte mich dann eine Anfrage von Dreame, ob ich nicht Lust dazu hätte, den Dreame H11 Max einmal auszuprobieren. Und auch wenn er jetzt nicht über allzu viele smarte Funktionen oder gar HomeKit-Support verfügt, dachte ich mir, dass auch ein Akku-Staubsauger bzw. Wischsauger im eigenen Zuhause nicht fehlen sollte. Also hab ich ihn mir mal etwas genauer angesehen und möchte euch heute verraten, was ihr vom aktuell rund 350 Euro teuren Dreame H11 Max erwarten könnt.

Beginnen wir wie üblich beim Lieferumfang. Neben dem eigentlichen Staubsauger (inklusive 900ml Frischwassertank und 500 ml Schmutzwasserbehälter) sowie der Griffstange befinden sich noch zwei Bodenwalzen, zwei Filter, die Ladestation inklusive Netzteil, eine Reinigungsbürste und der übliche Papierkram in Form der Gebrauchsanweisung im Paket.

Qualitativ finde ich den Dream H11 Max, der mit einem 4,4 Zoll großen LED-Farbdisplay ausgestattet ist, wirklich gut. Obwohl er überwiegend aus Kunststoff gefertigt ist, fühlt er sich meiner Meinung nach wertig an. Ebenso gut gefällt mir das Design (ich mag einfach schwarz-grau) und dabei scheine ich nicht alleine zu sein, denn hier und da hat er sich schon als Hingucker erwiesen. Über die Qualität der Ladestation lässt sich sicherlich streiten, sie erfüllt aber immerhin ihren Zweck. Dafür überzeugt aber auf jeden Fall das Display und zeigt euch neben dem Akkustand auch verschiedene Warnmeldungen an (zum Beispiel leerer Frischwassertank, voller Schmutzbehälter oder Probleme mit der Walze). Durch einen äußeren LED-Ring wird zudem die automatisch anhand des Bodens und des erkannten Schmutzes gewählte Saugstärke verdeutlicht (grün = geringe Saugleistung; orange = mittlere Saugleistung; rot = hohe Saugleistung). Letztere lässt sich aber auch über die Lautstärke erkennen, da der Staubsauger je nach Saugstärke natürlich mehr Leistung benötigt und entsprechend lauter wird. Insgesamt empfand ich die Lautstärke aber nicht als störend.

Zu guter Letzt kommt der Dreame H11 Max dann auch noch mit einem Sprach-Feature. Das heißt er verfügt über eine Sprachausgabe (7 Sprachen, darunter deutsch), die sich über einen kleinen Button auf der Rückseite des Staubsaugers einstellen lässt. Ihr könnt zwar nicht mit dem Staubsauger reden, aber er informiert euch immerhin per Sprache über den Akkustand oder andere Dinge.

Will man seine Arbeit beginnen und die ersten Böden reinigen, muss vor der ersten Anwendung (für die man den H11 Max laut Dreame erst einmal komplett aufladen sollte) lediglich die Griffstange mit dem Hauptgerät verbunden und Wasser in den Frischwassertank gefüllt werden. Dann kann es auch schon losgehen und der Staubsauger lässt sich über den Power-Button starten. Neben diesem befinden sich zudem noch eine Taste zur Wasseraufnahme (hiermit lassen sich auf dem Boden befindliche Flüssigkeiten aufsaugen) und eine Taste zum Start der Selbstreinigung (ist relativ laut und funktioniert nur in der Ladestation) am Gerät.

Einmal eingeschaltet rotiert eine Softwalze über euren Boden, die direkt mit Wasser aus dem Frischwasser-Tank versorgt wird und euch automatisch einen Antrieb verschafft (der Sauger zieht also automatisch ein wenig nach vorne, aber natürlich nicht sehr stark). Dank der Walze und dem frischen Wasser werden Böden und Co. wirklich sehr gut von Flecken und Schmutz aller Art befreit. Diese erkennt der H11 Max wie erwähnt auch automatisch und passt seine Saugleistung dementsprechend an. Insgesamt funktionierte das ganz gut, wenn auch nicht immer perfekt. Auf jeden Fall kam der Staubsauger aber mit den allermeisten und teils auch hartnäckigeren Flecken klar. Außerdem hatte er auch keine Probleme mit Tierhaaren, Katzenstreu oder Reiskörnern, obwohl die Wischfunktion hier klar im Vordergrund steht und die Saugleistung mit 10.000 Pa nicht allzu hoch ist. Solltet ihr allerdings sehr viel Staub zu beseitigen haben, empfiehlt sich vorher die Reinigung mit einem „richtigen“ Staubsauger.

Die mögliche Aufnahme von Flüssigkeiten, zum Beispiel von einem verschütteten Glas Cola oder ähnlichem, funktionierte ebenfalls sehr gut. Einfach die entsprechende Taste drücken, darüber gehen und schon landet die Cola im Schmutzwasserbehälter.

Ein Vorteil, der zum Schluss nicht unerwähnt bleiben sollte ist, dass man die Wischfunktion und die damit verbundene Wasserzufuhr relativ einfach während des Reinigungsvorgangs stoppen kann. Dazu muss man den Staubsauger leicht neigen und mit dem Fuß auf die Bürste treten. Anschließend kann man dann auch schnell mal eben ein paar im Weg herumstehende Gegenstände wegstellen und die Reinigung danach fortsetzen, ohne das die ganze Zeit Wasser aus dem Staubsauger kommt.

Nach der Reinigung kann man den Dreame H11 Max dann ganz einfach auf der dazugehörigen Ladestation abstellen und die Selbstreinigung starten. Das funktioniert mit einem Akkustand von mindestens 10% und setzt Wasser im Frischwasserbehälter voraus. Auch wenn die Reinigung recht laut ist, muss man sich immerhin nicht selber darum kümmern. Sobald der Dreame mit der Selbstreinigung fertig ist, entfernt man dann einfach den Schmutzwasserbehälter und kann sein Zuhause anschließend erneut reinigen. Nach einer gewissen Zeit sollte man die Walze aufgrund der Abnutzung jedoch austauschen.

In Sachen Akkuleistung bietet der Dreame H11 Max insgesamt 4.000 mAh, was laut Hersteller für eine Laufzeit von etwa 36 Minuten ausreicht. In dieser Zeit soll man einen Bereich von bis zu 200 Quadratmetern reinigen können. Zumindest in Sachen Zeit kann ich sagen, dass er auch etwas länger aushält und je nach Saugleistung seine 40 Minuten schafft. Wer länger braucht oder einen größeren Bereich zu reinigen hat, der muss anschließend etwa 5 Stunden warten bis der Staubsauger wieder vollständig aufgeladen ist. Erkennen könnt ihr das daran, dass die Akku-Anzeige auf dem Display erlischt.

Zu guter Letzt möchte ich dann noch auf einen Vergleich mit dem Vorwerk VK 200 eingehen. Diesen besitzt eine Freundin und sie hat einen Teil des Tests übernommen und beide Modelle einmal miteinander verglichen. Vorweg ist dabei zu sagen, dass es sich bei dem Vorwerk VK 200 um einen kabelgebundenen Staubsauger handelt, der dank eines zusätzlich erhältlichen Fußes auch als Wischsauger genutzt werden kann. Zusammen kostet das Set bei Vorwerk aktuell 1182 Euro.

Der Vergleich der Modelle zeigt, dass Vorwerk in Sachen Saugleistung klar die Nase vorne hat (reinigt zum Beispiel besser die Rillen im Boden), bei der Wischfunktion dafür aufgrund der positiv zu bewertenden Walze beim Dreame H11 Max (gegenüber den Wischlappen beim Vorwerk-Modell) das Nachsehen. So konnte der Dreame H11 Max deutlich hartnäckigere Flecken aus dem Boden holen, obwohl er im Gegensatz zum Vorwerk Modell sogar ohne Reinigungsmittel und ausschließlich mit Wasser arbeitet. Ein weiterer Vorteil des Dreame-Modells ist zudem die Selsbtreinigungs-Funktion, die beim Vorwerk Modell komplett fehlt und man dementsprechend selber Hand angelegen muss.

Nachteilig ist zu betrachten, dass der Dreame mit kleineren Treppenstufen aufgrund der Platzierung der Walze nicht sonderlich gut klar kam und das Vorwerk Modell mit der leicht anderen Technik deutlich besser funktioniert hat. Ob das neben der besseren Saugleistung aber als Argument für den Vorwerk VK 200 ausreicht, muss jeder selber wissen.

Letztendlich wurde mir als Fazit mit auf den Weg gegeben, dass der Dreame H11 Max in einigen Bereichen auf jeden Fall seine Vorteile gegenüber dem Vorwerk-Modell hat, andererseits bietet der Vorwerk das bessere Gesamtpaket, denn nur auf den Dreame H11 Max setzen würde meine Bekannte nicht. Dann müsste noch ein zusätzlicher Staubsauger her und dann ist man preislich auch wieder in Bereichen, die nicht weit weg von Vorwerk sind.

Mein Fazit lautet daher, dass der Dreame H11 Max mit seinen knapp 350 Euro auch nicht gerade ein Schnäppchen ist und sich sicher nicht jeder mal eben so einen teuren Wischsauger kauft. Man kann es aber machen, wenn man einen Akku-Staubsauger mit Wischfunktion sucht, der ganz klar den Fokus auf die Wischfunktion legt. Dann bekommt man hier meiner Meinung nach ein sehr gutes Gerät, welches zwar nicht perfekt ist, die allermeisten Aufgaben in den eigenen vier Wänden aber erledigt. Einzig eine Teppicherkennung und ein optionales Laden per Kabel während der Benutzung hätte ihm vielleicht noch ganz gut getan.

Solltet ihr euch nach dem Testbericht für den Dreame H11 Max interessieren, dann gibt es zum Schluss leider noch einen kleinen Haken. Aktuell ist der Dreame H11 Max (und auch der Dreame H11) hierzulande ausschließlich über AliExpress erhältlich. Dort lässt er sich für 350,88 Euro bestellen. Dreame selber spricht auf der eigenen Webseite von einem Frühbesteller-Preis von 340,27 Euro. Die Auslieferungen der ersten Bestellungen sollen ab heute beginnen. Bei Amazon oder anderen Online-Shops ist er noch nicht erhältlich.

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