REVIEW: Bosch Smart Home HomeKit-Bridge & Sensoren

Ich durfte mehrere Smart Home Geräte von Bosch ausprobieren und möchte euch heute in Teil 1 der Review schonmal die HomeKit-Bridge und zwei Sensoren vorstellen.

Vor einigen Wochen hatte ich auf homekits einen Bericht zur Alarmsirene von Bosch veröffentlicht und dabei verkündet, dass diese über HomeKit-Support verfügt. Kurz danach meldete sich Bosch bei mir und bat freundlichst darum, die Info abzuändern, denn leider verfügt die Sirene trotz der damaligen Angaben in verschiedenen Online-Shops nicht über HomeKit-Support. Dennoch hatte diese „Falschmeldung“ auch etwas gutes, denn ich habe von Bosch mehrere der wirklich HomeKit-kompatiblen Geräte für einen Test bekommen. Heute gibt es Teil 1 dieses Tests, der mit dem Smart Home Controller (62,99 Euro; Amazon-Link), sprich der Bridge die zum HomeKit-Support notwendig ist, dem Kontaktsensor (24,95 Euro; Amazon-Link) und dem Bewegungsmelder (52,99 Euro; Amazon-Link) beginnt. (Die Geräte sind übrigens auch in verschiedenen Sets erhältlich und müssen nicht zwingend alle einzeln gekauft werden, dann spart man auch etwas)

Zum Lieferumfang des Smart Home Controllers gehören neben Strom-und LAN-Kabel noch die übliche Gebrauchsanweisung und eine Wandhalterung inklusive Schrauben. Darüber hinaus gibt es beim offiziellen Lieferumfang auch Klebeflächen für die Wand, die in meinem Testpaket jedoch nicht dabei waren.

Der Bewegungsmelder kommt mit der zum Betrieb notwendigen CR123A Batterie, Gebrauchsanweisung und Wandhalterung inkl. Schrauben (fehlte in meinem Testpaket leider auch). Der Kontaktsensor enthält ebenfalls die zum Betrieb notwendigen AAA-Batterien und einen Aufsatz, falls die Seite für den kleineren Teil des Sensors nicht hoch genug sein sollte.

Qualitativ muss ich sagen, dass ich ein wenig mehr erwartet habe. Bei Bosch denke ich an ein deutsches Vorzeige-Unternehmen, dementsprechend und auch durch die sehr gelungenen Produktbilder dachte ich mir, dass ich hier welche der qualitativ hochwertigsten HomeKit-Geräte bekomme. Das trifft aber leider nicht zu. Sie sind allesamt gut, setzen sich aber meiner Meinung nach auch nicht besonders von preiswerter China-Konkurrenz (wie zB. Xiaomi, Meross & Co) ab. Andere deutsche Hersteller von HomeKit-Geräten, wie Eve oder tado, bieten da qualitativ ein wenig mehr. Außerdem finde ich, dass der Tür- und Fenster-Kontaktsensor sehr groß geraten ist. Das ist sicherlich dem Einsatz der beiden AAA-Batterien geschuldet, im Gegensatz zu manch anderen Kontaktsensoren aus dem HomeKit-Bereich könnte man ihn aber als riesig bezeichnen.

Das macht die Produkte dennoch nicht schlecht und teilweise wissen sie auch auf anderen Wegen zu überzeugen. So bietet zum Beispiel die Rückseite des Bewegungsmelders, die auch zur Befestigung an der Wand gedacht ist, eine kleine integrierte Wasserwaage, damit man sie gerade an der Wand befestigen kann. Außerdem kommt der Bewegungsmelder mit einem doppelten Batteriefach. Das heißt es lassen sich auch zwei CR123A-Batterien einsetzen um die Laufzeit zu verlängern (nur eine wird zum Betrieb benötigt). Insgesamt würde ich also schon von guten Geräten sprechen, die nur aufgrund meiner sehr hohen Erwartungen nicht ganz halten konnten, was ich mir erhofft hatte.

Die Einrichtung des Bosch Smart Home Systems (die Geräte verbinden sich per Zigbee mit dem Smart Home Controller und letzterer erlaubt auch die Einbindung und Steuerung von Philips Hue oder anderen Zigbee-Geräten, jedoch nicht per HomeKit) erfolgt dann über die Bosch Smart Home-App, in der man sich wie so oft erstmal einen Account anlegen muss. Anschließend scannt man den QR-Code, natürlich erst einmal vom Smart Home Controller (befindet sich auf der Unterseite), und wird dann durch ein sehr ausführliches Einrichtungsmenü gefühlt. Mit der Ausführlichkeit hat es Bosch hier manchmal ein bisschen übertrieben und beim dritten Gerät war ich schon ein bisschen genervt, dass man mich gefühlte 10 mal gefragt hab, ob ich denn jetzt weiß wie der Bewegungsmelder befestigt wird und worauf ich achten sollte. Tipp an Bosch: Wie wäre es mit einer Auswahl, ob man den Kontaktsensor schon angebracht hat oder ob man eine Hilfe zur Befestigung benötigt. Leute die das nicht zum ersten Mal machen müssen nicht auf jedes kleinste Detail hingewiesen werden.

Bei der Einrichtung des Smart Home Controllers wurde ich dann noch dazu aufgefordert, eine Steuerung von Unterwegs, Benachrichtigungen und automatische Updates zu aktivieren bzw. deaktivieren. Das war noch im Rahmen, könnte aber auch durch ein Auswahlmenü nach der Einrichtung, bei dem man zu den Einstellungen des Smart Home Controllers gelangt oder weitere Geräte einrichten kann, vereinfacht werden.

Die Einrichtung des Kontaktsensors und Bewegungsmelders war dann ebenfalls verhältnismäßig lang durch die vielen Infos und musste auch etwas umständlich über das Menü der Bosch Smart Home-App gestartet werden. Auf der Hauptseite der App gibt es lediglich einen „Plus“-Button, mit dem man Favoriten aus seinen Geräten zur Hauptseite hinzufügen kann. Neue Geräte lassen sich so nicht einrichten.

Insgesamt würde ich zur Einrichtung über die App also sagen, dass Bosch es sehr gut mit seinen Kunden meint, vielleicht teilweise sogar etwas zu gut. Man erklärt wirklich jeden Schritt und zieht die Einrichtung damit ein wenig in die Länge. Außerdem macht man die Einrichtung weiterer Geräte etwas umständlicher als in anderen Apps.

Nach der Einrichtung bekommt man dann innerhalb der Bosch Smart Home-App eine Seite mit seinen (Geräte-)Favoriten, eine Übersicht der Räume, eine Übersicht der Szenarien, eine Dienste-Seite und weitere Einstellungen.

Während sich die ersten drei Menüpunkte wohl von alleine erklären, gehe ich kurz auf die Dienste-Seite und die weiteren Einstellungen ein. Bei den Diensten könnt ihr verschiedene Features aktivieren, wie zum Beispiel einen Wasseralarm (bei Wasseraustritt, Wassermelder ist dazu notwendig), eine Anwesenheitssimulation (über verbundene Lampen) oder einen Klimamanager. Unter den weiteren Einstellungen findet ihr diverse Infos zu euren Geräten und Räumen, das verbundene Mobilgerät (das finde ich sehr interessant, da man seine Mobilgeräte in der App hinzufügen kann und andere Mobilgeräte keinen Zugriff auf das System haben), das Protect Abo (u.a. zur Absicherung bei Schäden an den Geräten) und den Menüpunkt „Partner“. Letzterer ist aus Sicht von HomeKit-Nutzern dann wieder sehr interessant, denn hier bringt ihr den Smart Home Controller und die verbundenen (sowie kompatiblen) Geräte in euer HomeKit-System.

Hab ihr den Smart Home Controller einmal über die App in HomeKit eingebunden, wird automatisch jedes mit HomeKit-kompatible Gerät direkt in die Home-App übernommen. Dort stehen dann die üblichen HomeKit-Möglichkeiten zur Verfügung. Im Falle des Kontaktsensors bedeutet das, dass ihr diesen mit anderen Geräte automatisieren könnt und er euch über den Status geöffent/geschlossen informiert. Beim Bewegungsmelder sieht es ähnlich aus und auch er lässt sich in Automationen einbinden und Benachrichtigt euch darüber, wenn eine Bewegung erkannt wird.

Insgesamt haben sowohl die Bridge wie auch der Kontaktsensor und Bewegungsmelder hervorragend funktioniert. Auch wenn ich also zuerst ein wenig enttäuscht war und mir die Geräte (qualitativ) besser vorgestellt habe, gibt es bezüglich der Funktionalität absolut nichts zu meckern.

Was man jedoch bis hier hin sagen kann ist, dass der Kontaktsensor und Bewegungsmelder noch nicht wirklich ein Grund sind, sich aus den diversen HomeKit-Geräten für die Modelle von Bosch zu entscheiden. Jetzt kommt jedoch das Große ABER, denn Bosch bietet ja noch einige HomeKit-Geräte mehr an (zum Bosch Smart Home Shop bei Amazon; Amazon-Link) . Dazu gehören unter anderem Steckdosen, Heizkörper-Thermostate, Unterputz-Module oder Rauchmelder. Mit diesen liefert Bosch dann doch wieder ein paar Argumente, warum man sich innerhalb von Apple HomeKit (wenn man auf möglichst wenige verschiedene Hersteller setzen möchte) für das Bosch Smart Home System entscheiden sollte. Doch dazu erfahrt ihr dann im zweiten Teil des Testberichts ein wenig mehr.

Kommentar verfassen