REVIEW: IMOU Knight 4K Outdoor-Kamera

Auch wenn sie kein HomeKit unterstützt, habe ich mir mal die IMOU Knight Oudoor-Kamera angeschaut, die unter anderem 4K Farbvideos bei Nacht liefert.

Heute möchte ich mal wieder eine Ausnahme von der Berichterstattung über ausschließlich HomeKit-kompatible Kameras machen, denn IMOU ist auf mich zugekommen und hat mir die IMOU Knight 4K Outdoor-Kamera für einen Test zur Verfügung gestellt. Da mein Onkel zuletzt Probleme wegen vorm Haus gelagerten Holz hatte (dieses wurde geklaut), habe ich mir gedacht, dass ich sie mit ihm zusammen dort mal zur Überwachung der Holzvorräte anbringen und ausprobieren könnte. Also hab ich das gemacht und möchte euch mal erzählen, was ihr von der Kamera so erwarten könnt.

Beginnen wir wie immer beim Lieferumfang. Zu diesem gehört neben der 12,9 x 8,4 x 7,1 cm großen und 365g schweren Kamera außerdem noch eine passende Halterung sowie Bohrschablone und Schrauben zur Befestigung, ein 12W Netzteil, ein Ethernet-Anschluss-Schutz und eine Kurzanleitung. Was man selber benötigt, ist lediglich noch eine SD-Karte (ich nutze bei Kameras seit einiger Zeit die Lexar Professionell SD-Karten, die bisher immer zuverlässig funktioniert haben). Optional lässt sich aber auch ein Abo abschließen, mit dem man einen Cloud-Speicher für seine Videos bekommt.

Optisch und qualitativ ist die Kamera in Ordnung, auch wenn es sicherlich schönere Modelle gibt. Das ist aber auch nicht das Wichtigste, denn die IMOU Knight weiß abseits davon zu überzeugen. Unter anderem kommt sie mit einem 600 Lumen Scheinwerfer, der bis zu 20 Meter erleuchtet und auch bei Nacht für erstklassige Farbvideos sorgt. Darüber hinaus besitzt sie einen Bewegungsmelder, der zwischen Menschen, Tieren und Fahrzeugen unterscheiden kann und bei Bedarf automatisch den Scheinwerfer auslöst. Eine integrierte Sirene, IP66 Zertifizierung für den Outdoor-Einsatz bei -30 bis 60 Grad sowie Mikrofon und Lautsprecher zur 2-Wege-Kommunikation sind ebenfalls vorhanden.

Auf der technischen Seite ist dann wie erwähnt die Auflösung von 3840 x 2160 Pixel hervorzuheben, die Videos in 4K im HEVC-Format (H.265) mit 15 FPS aufzeichnet. Ebenfalls sehr gut ist auch der 16fache digitale Zoom, der selbst weiter entfernte Objekt klar und deutlich darstellt. Darüber hinaus gibt es noch HDR-Unterstützung und ein 127° Sichtfeld.

Wichtig zu wissen ist aber auch, dass die Kamera prinzipiell keine Videos speichert. Hierfür muss wie erwähnt eine MicroSD-Karte in die Kamera eingesetzt oder das „IMOU Protect“ Abo abgeschlossen werden. Letzteres bietet in der „Basic“ Variante zum Preis von 2,25 Euro pro Monat eine 7 Tage-Speicherung. Die „Plus“ Variante liegt bei 5,25 Euro pro Monat und speichert die Videos 30 Tage lang.

Zur Einrichtung der Kamera ist es wichtig, dass sich ein Stromanschluss in der Nähe befindet. Zum kabellosen Betrieb fehlt der Kamera leider ein integrierter Akku. Ist der Stromanschluss vorhanden, lässt sich die Kamera wahlweise per WLAN (2,4 oder 5 GHz sowie WiFi 6) oder dank des Ethernet/Stromkabels auch per Ethernet-Anschluss verbinden. Letzteres ist in der Regel immer etwas zuverlässiger als per WLAN. Bisher kam es per WLAN aber auch nicht zu Problemen.

Der letzte Schritt der Einrichtung besteht darin, die IMOU-App herunterzuladen, sich dort einen Account anzulegen und ein neues Gerät hinzuzufügen. Für letzteres ist wie bei HomeKit-Produkten einfach das Scannen des QR-Codes notwendig, der sich unten an der Kamera befindet. Danach folgt ein kurzer Einrichtungsprozess an dessen Ende man der Kamera noch einen Namen geben kann.

Innerhalb der IMOU-App, die leider nicht immer perfekt ins deutsche übersetzt ist, gibt es dann die für Kameras fast üblichen Einstellungen. Unter anderem hat man die Möglichkeit, die Bewegungsempfindlichkeit in 5 Stufen einzustellen oder auszuwählen ob man nur bei Bewegungen von Menschen, Tieren, Fahrzeugen oder allen benachrichtigt werden möchte (letzteres lediglich per Push, keine Email-Benachrichtigung möglich). Des Weiteren bietet die App ein paar Scheinwerfereinstellungen („Rampenlicht“, leuchten oder blinken bei Bewegungserkennung) und, was vielleicht mit am Wichtigsten ist, die Nachtsichteinstellungen. Bei letzten gibt es folgende Modi:

  • Smarte Nachtsicht: Dauerhaft Infrarot-LEDs (schwarz/weiß), Scheinwerfer nur bei Bewegungserkennung
  • Nachtsicht mit leuchtenden Farben: LEDs und Scheinwerfer dauerhaft eingeschaltet, durchgängig in Farbe
  • Farbnachtsicht ohne Scheinwerfer: nur Infrarot-LEDS, versuch der Darstellung von natürlichen Farben bei Nacht
  • Infrarot-Nachtlicht: Nur Infrarot LEDs, Bild in schwarz/weiß

Ebenfalls möglich ist außerdem noch die Einrichtung von Zeitplänen oder die Freigabe der Kamera an weitere Personen (bis zu 20, je nach Abo).

Insgesamt ist die App für mich klar und verständlich sowie übersichtlich gestaltet. Auch die Kamera überzeugt besonders mit ihrem 4K Bild, welches selbst bei Nacht hochauflösende und dank des 600 Lumen Scheinwerfers auch farbenfrohe Bilder liefert. Die ausreichend laute Sirene, Support für das 2,4 & 5 GHz-Netz, Wifi 6-Unterstützung und bis zum jetzigen Zeitpunkt ein einwandfreier Betrieb, runden die etwa 170 Euro teure IMOU Knight 4K ab. Erhältlich ist sie unter anderem bei Otto oder NBB. Sie war auch bei Amazon gelistet, findet sich dort zum aktuellen Zeitpunkt aber nicht mehr.

Prinzipiell gibt es am Ende nicht viel gegen die Kamera zu sagen, außer vielleicht der nicht kostenfrei Cloud-Service zur Speicherung der Videos. Was mir aber natürlich fehlt, ist der HomeKit- bzw. HomeKit Secure Video-Support. Alexa und Google-Nutzer können die Kamera wie fast jede Kamera per Sprachbefehl auf entsprechenden Lautsprecher mit Display anzeigen während wir HomeKit-Nutzer in die Röhre schauen. Wobei man auch sagen, innerhalb von HomeKit würde die Kamera ihr 4K-Feature verlieren, da Apple bisher immer noch nur 1080p Auflösungen akzeptiert. Als HomeKit-Nutzer würde ich dennoch eher zu HomeKit Secure Video Kameras greifen, wobei diese dann auch meist nochmal etwas teurer sind. Falls ihr euch mit dem fehlenden HomeKit-Support aber anfreunden könnt, dann ist die Kamera eine gute Wahl.

Kommentar verfassen