REVIEW: Welock Touch EBL41 Smart Lock

ANZEIGE Heute gibt es mal einen kurzen Blick auf ein nicht HomeKit-kompatibles Smart Lock, denn ich konnte mir das WeLock Touch EBL41 Smart Lock einmal genauer ansehen.

Nachdem ich euch hier auf dem Blog zum Beispiel schon das HomeKit-kompatible tedee Smart Lock vorgestellt habe, will ich heute mal einen Blick auf ein smartes Türschloss abseits des HomeKit-Universums werfen. Und zwar geht es um das WeLock Touch EBL41, welches ich mir einmal genauer ansehen konnte.

Beginnen wir wie immer beim Lieferumfang. Zu diesem gehört als erstes einmal das aus drei Teilen bestehende Türschloss. Bei den Teilen des Schlosses handelt es sich um den vorderen Griff (für die Außenseite; mit Set-/Weck-Taste, Fingerabdruckscanner und OLED-Display), einen in der Größe anpassbaren Schließzylinder (50 bis 100mm) und dem hinteren Griff (für die Innenseite). Darüber hinaus befindet sich im Paket noch eine Toolbox (mit drei RFID-Karten, Schraubendreher, Inbusschlüssel, Schrauben, Silikonstopfen und einem Resetpin) sowie die Gebrauchsanleitung.

Das Schloss selber besteht aus Kunststoff und Edelstahl und ist nach IP65 vor Strahlwasser geschützt. Dennoch empfiehlt WeLock das Schloss nur bedingt draußen einzusetzen und wenn dann auch nur bei Türen mit Überdachung. Die Verarbeitung sowie die Qualität sind für den Preis zufriedenstellend.

Der vordere Griff des Schlosses misst insgesamt 56mm und besitzt einen Durchmesser von 46mm. Der hintere Griff misst 57mm bei einem Durchmesser von 38mm. Der Zylinder lässt sich wie erwähnt auf eine große von 50 bis 100mm anpassen und ist laut WeLock mit den meisten europäischen Türschlössern kompatibel.

Die Stromversorgung des Schlosses erfolgt über drei AAA-Batterien, die laut WeLock für bis zu 8 Monate ausreichen sollen (bei 10 Nutzungen am Tag). Diese sind jedoch nicht im Lieferumfang enthalten und müssen separat erworben werden. Falls dem Schloss aber mal im Betrieb der Saft ausgehen sollte, befindet sich zusätzlich auch noch ein MicroUSB-Anschluss an der Außenseite, mit dem man das Schloss dann zum Beispiel per Powerbank mit Strom versorgen kann.

Die Montage des Schlosses hat keine 5 Minuten gedauert und erfolgte nach dem folgenden Prinzip:

  1. Schrauben am vorderen Griff mit dem Inbusschlüssel lösen
  2. Metallgehäuse abziehen und drei AAA-Batterien ins freigelegte Batteriefach einlegen (geht auch nach dem Einbau, ist vorher aber einfacher)
  3. Metallgehäuse mit einer Schraube verschließen
  4. Länge des Zylinders einstellen (dazu den hinteren Griff entfernen)
  5. altes Schloss entfernen und neues einsetzen (dazu von außen den Schließzylinder in das Loch Richtung innen schieben und auf der Innenseite den inneren Griff passend zur gewünschten Länge anschrauben)

Nach der Montage geht es an die Einrichtung des Schlosses, für die erst einmal gar keine App notwendig ist. Letztere ist jedoch verfügbar und bietet ein paar zusätzliche Funktionen, zu denen ich gleich noch komme. Doch erst einmal zur Einrichtung ohne App.

Hierzu muss man als erstes einen Administrator-Fingerabdrucks hinterlegen. Dazu drückt man die Set-/Weck-Taste am Türschloss fünf Sekunden und legt danach den Finger auf. Der Finger wird anschließend drei Mal gescannt, was auch zuverlässig und schnell funktioniert. Ist der Admin-Fingerabdruck angelegt, kommt man über diesen in die Systemkonfiguration und kann dort weitere Fingerabdrücke scannen und hinzufügen. Insgesamt lassen sich drei Admin-Fingerabdrücke und 97 weitere Fingerabdrücke ohne Admin-Rechte hinterlegen.

Die im Lieferumfang enthaltenen RFID-Karten werden auf die selbe Art und Weise hinzugefügt. Sprich, auch hier müsst ihr erst den Admin-Fingerabdruck scannen und könnt anschließend bis zu 20 RFID-Karten hinzufügen.

Nach der Einrichtung der Fingerabdrücke und/oder der RFID-Karten ist das Schloss dann auch einsatzbereit. Zudem lässt sich jetzt auch die auf dem Display angezeigte Sprache (Englisch, Deutsch, Chinesisch) einstellen sowie die Töne ein- oder ausschalten (piept beim Entsperren). Beides macht man, indem man über den Admin-Fingerabdruck die Systemeinstellungen öffnet und mehrfach die Set-/Weck-Taste drückt um zur gewünschten Einstellung zu kommen.

Das Öffnen bzw. Schließen ist anschließend kinderleicht. Kommt man nach Hause, drückt man kurz die Set-/Weck-Taste und sieht ein Batterie-Symbol auf dem Display des Türschlosses. Anschließend legt man seinen Finger auf, hört einen kurzen Piepton und im Display erscheint die Anzeige, dass das Schloss nun geöffnet wird. Nach circa 10 Sekunden löst sich das Schloss und man kann es um 360 Grad drehen. Wichtiger Tipp: Je nach Wetter sollte man den Fingerabdruckscanner vielleicht besser nach unten drehen, um ihn so vor Wettereinflüssen zu schützen. Teilweise hatte der Fingerabdruckscanner bei den kälteren Temperaturen außerdem auch seine Probleme beim Erkennen des Fingers und man musste diesen zum Öffnen des Schlosses kurz anhauchen damit er erkannt wird. Zudem sollte man seinen Finger recht genau auflegen, da der Scanner nicht auf dem Niveau der Scanner aus den iPhones oder iPads ist. In etwa 8 von 10 Fällen funktionierte er aber trotzdem sehr gut.

Kommen wir dann auch nochmal kurz zur Welock-App, die meiner Meinung nach optisch mal überarbeitet werden könnte. In dieser muss man sich erst einmal registrieren um anschließend über den Plus-Button ein neues Gerät hinzufügen zu können. Für letzteres scannt man den auf dem Batteriedeckel aufgeprägten QR-Code und folgt der Schritt für Schritt-Anleitung, bei der man zusätzlich noch die Schloss-ID eingeben muss. Letztere findet sich auf dem Zylinder oder der Außenseite der Verpackung.

Innerhalb der App kann man dann zum Beispiel das Schloss öffnen und schließen (auch automatisch zu bestimmten Zeiten), eingescannte Fingerabdrücke löschen, einen PIN-Code einrichten, eine Historie der Türöffnungen einsehen, RFID Karten hinzufügen und zu guter Letzt natürlich auch Firmware-Updates laden.

Was wichtig ist zu erwähnen: Die Bluetooth-Verbindung war bei mir relativ schwach und funktionierte nicht allzu gut. Das Öffnen und Schließen von der Couch aus war aufgrund der Bluetooth-Verbindung dann nicht immer möglich. Optional lässt sich das Schloss aber auch um die WeLock Bridge erweitern, die dann für WLAN-Support sorgt und außerdem auch für den Fernzugriff von Unterwegs oder Alexa- und Google Assistant-Support notwendig ist. HomeKit-Support gibt es wie erwähnt leider nicht und auch eine einfache Festlegung von Siri-Kurzbefehlen wurde nicht in die App integriert.

Am Ende bleibt dennoch festzuhalten, dass das Schloss recht interessant ist, da es im Gegensatz zu HomeKit-Schlössern wie dem von tedee oder Nuki beidseitig angebracht wird. Für den Außenbereich hat man dann bereits ein Touch-Bedienfeld (oder wahlweise auch ein Keypad, falls einem das besser gefällt) und benötigt keine zusätzlichen Geräte und kann ohne Schlüssel aus dem Haus. Gerade Nutzer die zudem nicht groß an den smarten Features interessiert sind, bekommen ein sehr gut auch ohne App nutzbares Türschloss.

Mir persönlich würde letztendlich zwar der HomeKit-Support fehlen, für Nicht-HomeKit-Nutzer ist das WeLock Touch EBL41 aber sicherlich eine interessante Alternative. Aktuell bekommt ihr es für 189 Euro direkt bei WeLock. Für die Variante mit Bridge zahlt ihr 239 Euro. Die Varianten mit Zahlenfeld statt Touch-Bedienfeld (die sich ansonsten nicht unterscheiden) liegen preislich nochmal darunter.

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