Ich hatte jetzt endlich mal ein bisschen Zeit, um die Aqara Türklingel-Kamera G400 auszuprobieren.

Gemeinsam mit dem Kamera-Hub G350 war vor ein paar Wochen die Türklingel-Kamera G400* (Doorbell Camera G400) erschienen. Nachdem ich jetzt ein bisschen Zeit hatte, möchte ich euch heute einmal erzählen, was diese zu bieten hat.
Der Lieferumfang besteht aus der Türklingel, dem Gong (Chime), einem USB-C Kabel zum Betrieb des Gongs, Stromkabeln und Montagematerial für die Türklingel, zwei Wandhalterungen und dem üblichen Papierkram.

Optisch und qualitativ würde ich die neue Videotürklingel als etwas hochwertiger als die Vorgänger bezeichnen. Sie hat ein für mich moderneres Design und macht optisch einen hübscheren Eindruck. Sie kann aber im Gegensatz zur Video Doorbell G4 und dem Doorbell Camera Hub G410 nicht ohne eine Kabelverbindung betrieben werden. Das bedeutet, man muss sie zwingend über eine AC/DC Verkabelung mit 8-24V oder per PoE (Power-over-Ethernet, sprich per LAN-Kabel) betreiben. Letzteres habe ich gemacht.
Der Gong (Chime) kann wie bei den Vorgängern über das mitgelieferte USB-C-Kabel im Inneren des Hauses platziert werden. Da kein Netzteil vorhanden ist, muss man dieses zusätzlich besorgen oder einen vorhandenen Anschluss nutzen.







Zur Montage kann man die Wandhalterung wahlweise festkleben oder festschrauben. Zur Einrichtung muss ich bei Aqara glaube ich nicht mehr viel sagen. Es läuft wie bei so ziemlich allen Geräten. Man öffnet die App, fügt ein neues Gerät hinzu, wählt die Türklingel aus (die automatisch angezeigt wird sobald man sie mit Strom versorgt) und folgt dem anschließenden Einrichtungsmenü. Nach der Einrichtung der Klingel folgt das Menü für den Gong, der erst ab dann mit Strom versorgt werden muss. Bei der Verbindung setzt Aqara genau wie bei den anderen Türklingeln auf WLAN. Matter-Support gibt es bisher nicht. Die Smart Home-Einbindung erfolgt also über die offiziellen Verbindungen. Sprich per HomeKit beim Apple Home.
Innerhalb der Aqara App bietet die G400 die bekannten Aqara-Funktionen. Das heißt, es kann der Live-Stream betrachtet, ein Sichtschutz aktiviert, Aufnahmen gestartet und angesehen oder die zwei-Wege-Kommunikation gestartet werden. Die Kamera bietet dabei eine 2K-HD-Auflösung mit einem 165° Weitwinkel und eine 3:4 Seitenverhältnis. Per Apple Home wird die Auflösung auf 1200p begrenzt. Mit Hilfe einer unsichtbaren 940-nm-Infrarot-LED sorgt die Kamera außerdem für helle Aufnahmen bei Nacht. Insgesamt kann man über die Bild-Qualität also nicht meckern. Alles ist klar und gut erkennbar.
In den Einstellungen der Türklingel lassen sich dann noch Firmware-Updates laden oder eine KI-Erkennung diverser Ereignisse aktivieren. Teilweise wird dazu allerdings das HomeGuardian Abo vorausgesetzt. Dieses bringt darüber hinaus eine KI-Videosuche und eine KI-Zusammenfassung mit sich. Außerdem können dann noch die Benachrichtigungseinstellungen festgelegt, Videoeinstellungen vorgenommen, die Sprache und die Gerätelautstärke angepasst, der Klingelton geändert, Cloud-Speicherungen aktiviert, der Speicher einer optionalen SD-Karte eingesehen, ein NAS-Speicher verbunden oder RTSP/ONVIF-Einstellungen vorgenommen werden.



Um die Türklingel ins Apple Home einzubinden, ruft man den Menüpunkt „HomeKit“ in den Einstellungen der Türklingel innerhalb der Aqara-App auf und klickt dort auf verbinden. Danach folgt das bekannte Apple Home-Einrichtungsmenü, bei dem der Name und der Ort bzw. Raum festgelegt werden können. Außerdem lassen sich die Aufnahmeeinstellungen vornehmen und festlegen, ob neben dem Gong auch HomePods und andere Siri-fähige Geräte beim Auslösen der Klingel einen Ton wiedergeben sollen. Unter anderem zeigt auch der Apple TV ein Live-Bild beim Klingeln an.
Funktionell bietet die Türklingel dann ebenfalls noch einen Live-Stream oder die Möglichkeit, Aufnahmen einzusehen. Außerdem kann der integrierte Bewegungsmelder als Auslöser für Automationen genutzt werden.



Am Ende ist die Aqara Doorbell Camera G400 also eine gute Wahl. Das gilt aus meiner Sicht aber auch weiterhin für die Vorgänger, denn selbst das G4-Modell bietet per Apple Home nicht weniger Features. Letztendlich liegt es also vor allem am Design und der Art des Anschlusses, zu welchem Modell man greifen möchte. Die G400 muss auf jeden Fall zwingend verkabelt werden. Wer das aber sowieso vor hatte, der kann ohne Bedenken zugreifen. Es sei denn, es wird auch noch ein integrierter Hub benötigt. In dem Fall sollte man wiederum über die G410 nachdenken.
Preislich liegt die Aqara Doorbell Camera G400 bei einer UVP von 119,99 Euro. Sie wird aber fast durchgängig für 99,99 Euro angeboten.

