Neben dem Deebot X12S OmniCyclone konnte ich mir jetzt auch den neuen Deebot T90S Pro Omni von Ecovacs genauer anschauen.

Mit dem Deebot T90S Pro Omni* bietet Ecovacs einen weiteren Saug- und Wischroboter an, der viele Funktionen des deutlich teureren Deebot X12S OmniCyclone übernimmt. Während das Flaggschiff mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 1.299 Euro auf den Markt gekommen ist, kostet der T90S Pro Omni aber lediglich 799 Euro. Ich habe mir deshalb angeschaut, wie sich der T90S Pro Omni im Vergleich zum X12S OmniCyclone schlägt.
Der Lieferumfang fällt bei beiden Modellen relativ ähnlich aus. Neben dem Saugroboter und der All-in-One-Station ist unter anderem auch Reinigungsmittel enthalten. Ersatzbürsten oder Wischwalzen liegen hingegen nicht bei.

Bei der Verarbeitung hat der Deebot X12S OmniCyclone zwar leicht die Nase vorn, besonders groß fällt der Qualitätsunterschied aber nicht aus. Auch der Deebot T90S Pro Omni ist hochwertig verarbeitet und macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Mit einer Höhe von 9,5 Zentimetern ist er zudem etwas flacher als der 9,8 Zentimeter hohe X12S OmniCyclone und passt dadurch besser unter niedrige Möbel.
Technisch liegen beide Modelle bei der Reinigung nah beieinander. Mit einer Saugleistung von bis zu 40.000 Pa hat der T90S Pro Omni gegenüber den 27.000 Pa des X12S OmniCyclone auf dem Papier aber sogar die Nase vorn. Da beide Geräte jedoch unterschiedliche Saugtechnologien verwenden, bedeutet das nicht automatisch, dass der T90S Pro Omni eine bessere Reinigungsleistung bietet. In der Praxis liegen sie aber nah beieinander. Ähnlich sieht es beim Wischen aus. Beide Geräte setzen auf das OZMO-Roller-3.0-System mit einer 27 Zentimeter breiten Wischwalze, die während der Reinigung kontinuierlich mit Frischwasser versorgt wird und sich entlang von Wänden und Möbeln seitlich ausfahren lässt. Lediglich die FocusJet-Technologie zur Vorreinigung hartnäckiger Flecken bleibt dem X12S OmniCyclone vorbehalten.
Zur Navigation und Hinderniserkennung setzt Ecovacs ebenfalls auf weitgehend identische Technik. Beide Modelle verwenden AIVI 3D 4.0 mit einer integrierten Kamera, 3D-Sensoren und zusätzlicher Beleuchtung für dunkle Bereiche. Unterschiede gibt es allerdings bei der verwendeten Sensortechnik. Während der X12S OmniCyclone auf dToF setzt, verwendet der T90S Pro Omni Mini-ToF.




Die Reinigungsstationen der beiden Modelle sind sich ebenfalls relativ ähnlich, unterscheiden sich aber in bestimmten Details. Beide übernehmen das automatische Absaugen des Staubs aus dem Saugroboter, das Nachfüllen des Wassertanks sowie die Reinigung der Wischwalze mit heißem Wasser und die anschließende Trocknung mit warmer Luft. Dafür verfügen sie jeweils über einen Frischwasser- und einen Schmutzwassertank. Beim T90S Pro Omni fassen diese 4 beziehungsweise 2,2 Liter.
Der größte Unterschied der Stationen liegt dann bei der Staubabsaugung. Während der X12S OmniCyclone den aufgesaugten Schmutz in einem beutellosen Staubbehälter sammelt, verwendet der T90S Pro Omni einen Staubbeutel mit 2,5 Litern Fassungsvermögen. Dadurch fallen beim T90S Pro Omni regelmäßig Kosten für neue Staubbeutel an, während sich der Behälter des X12S OmniCyclone einfach entleeren, reinigen und wiederverwenden lässt. Abgesehen davon und von der doch unterschiedlichen Optik bieten beide Stationen aber insgesamt einen weitgehend vergleichbaren Funktionsumfang.


Bei der Einrichtung gibt es ebenfalls kaum Unterschiede zwischen den Modellen. Beide werden über die Ecovacs Home-App hinzugefügt, mit dem WLAN verbunden und können anschließend die Wohnung kartieren. Die erstellte Karte lässt sich bearbeiten, Räume können benannt, getrennt oder zusammengelegt und Sperrzonen eingerichtet werden. Wer bereits einen Saugroboter von Ecovacs verwendet hat, dürfte sich deshalb auch beim T90S Pro Omni schnell zurechtfinden.
Der Funktionsumfang innerhalb der Ecovacs Home-App ähnelt sich ebenfalls stark. So lassen sich unter anderem die Saugleistung, die Wassermenge, die Anzahl der Reinigungsdurchgänge und das Verhalten auf Teppichen anpassen. Für einzelne Räume können unterschiedliche Einstellungen festgelegt oder bestimmte Bereiche gezielt gereinigt werden. Darüber hinaus bietet die App verschiedene Optionen zur Konfiguration der Reinigungsstation. Mit YIKO steht außerdem auch ein deutschsprachiger KI-Sprachassistent zur Verfügung, der nicht nur Sprachbefehle entgegennehmen, sondern die Reinigung anhand der Wohnung und bisheriger Reinigungsvorgänge auch selbstständig planen und anpassen kann. Wirkliche Unterschiede finden sich nur bei der fehlenden FocusJet-Einstellung.



Zur Einbindung in Apple Home setzt Ecovacs auch beim T90S Pro Omni auf Matter over WiFi. In der App stehen das Starten und Stoppen der Reinigung, die Auswahl einzelner Räume und die Entscheidung zwischen reinem Saugen und gleichzeitigem Saugen und Wischen zur Verfügung. Außerdem können der aktuelle Status angezeigt, Siri zur Steuerung verwendet und der Roboter in Automationen eingebunden werden. Abstriche gegenüber dem X12S OmniCyclone muss man also nicht machen.

Im Alltag hat sich der T90S Pro Omni gegenüber dem X12S OmniCyclone als nicht viel schlechter herausgestellt. Sicherlich liegt das aber auch daran, dass hier weder Kinder noch Haustiere für größere Verschmutzungen sorgen und abgesehen vom üblichen Staub nur wenig Schmutz anfällt. Unter diesen Bedingungen haben beide Modelle die Böden absolut zuverlässig gereinigt. Auch beim Wischen konnte der T90S Pro Omni überzeugen und hinterließ ein gleichmäßig sauberes Ergebnis. Die Navigation funktionierte zuverlässig und die Hinderniserkennung machte einen guten Eindruck. Möbel und andere Hindernisse wurden weitgehend problemlos umfahren. Unterschiede zum X12S OmniCyclone waren bei der täglichen Reinigung daher bei mir kaum festzustellen. Auch die zusätzliche FocusJet-Technologie des Deebot X12S OmniCyclone brachte hier im Haushalt wenig Vorteile, da es in der Regel keine hartnäckigen Flecken auf dem Boden gibt. Die Stationen haben ebenfalls beide zuverlässig ihre Aufgaben erfüllt.




Insgesamt zeigt der Vergleich, dass der Deebot T90S Pro Omni* deutlich näher am Deebot X12S OmniCyclone* liegt, als es der Preis vermuten lässt. Besonders bei der Bedienung über die Ecovacs Home-App, der Einbindung in Apple Home und der Reinigungsleistung muss man kaum Abstriche machen. Die wichtigsten Vorteile des Flaggschiffs liegen in der zusätzlichen FocusJet-Fleckenvorbehandlung und der beutellosen Reinigungsstation. Ob diese beiden Funktionen einen Aufpreis von 500 Euro rechtfertigen, hängt deshalb vor allem von den eigenen Anforderungen ab. Wer darauf verzichten kann, bekommt mit dem T90S Pro Omni aus meiner Sicht einen umfangreich ausgestatteten Saug- und Wischroboter, der im Alltag absolut zu überzeugen weiß und durchaus mit dem deutlich teureren X12S OmniCyclone mithalten kann.
