Ich habe die SwitchBot Videotürklingel ausprobiert und kann sie für Apple Home User leider gar nicht empfehlen.

Ich habe bei mir einige Geräte von SwitchBot im Einsatz. Dazu gehören das Lock Ultra, mehrere CO2-Monitore (die seit kurzem auch den CO2-Wert ans Apple Home weiterreichen), Saugroboter (aktuell noch der S20 und K11+), den Luftreiniger mit Tisch usw. Bei allen Geräten hat sich SwitchBot in Sachen Apple Home-Support richtig ins Zeug gelegt und durch Updates sogar neue Features hinzugefügt. Bei der Videotürklingel* sieht das ein wenig anders aus. Diese lässt sich leider gar nicht ins Apple Home integrieren. Trotzdem habe ich sie mir mal angeschaut, denn immerhin umfasst sie einen zusätzlichen Monitor, der wiederum über Matter-Support verfügt und als Bridge fürs Apple Home fungiert.
Der Lieferumfang der Videotürklingel besteht aus der Türklingel, dem Monitor, Halterungen für die Türklingel (schräg und gerade), Bohrschablonen, 3M-Klebefolien, Montagematerial (Schrauben & Dübel), einem USB-C Ladekabel (für die Türklingel) und dem üblichen Papierkram wie der Gebrauchsanweisung.

Qualitativ ist die Türklingel ok. Einen Vergleich mit dem Modell von Aqara hält sie aus meiner Sicht jedoch nicht stand. Immerhin bietet sie aber ähnliche Features wie zum Beispiel eine 2K-Auflösung, ein 16:9 Format und einen 165° Weitwinkel. Außerdem umfasst sie einen zusätzlichen Monitor mit 4,3“ Farbdisplay, der wiederum automatisch beim Klingeln aktiviert wird und das Bild der Video-Türklingel anzeigt. Der Monitor besitzt darüber hinaus einen SD-Karten-Slot inkl. 4GB Karte zur lokalen Speicherung der Videos und sechs Tasten, die zur Zwei-Wege-Kommunikation oder zur Steuerung von weiteren Geräten genutzt werden können. Zum Beispiel, um per Tastendruck ein verbundenes SwitchBot Türschloss zu öffnen.








Die Stromversorgung des Monitors erfolgt per Kabel. Die Türklingel wird über einen USB-C-Port und einen integrierten 5.000 mAh Akku betrieben. Dieser soll laut Switchbot für bis zu 570 Tage ausreichen, was wirklich lange ist. Außerdem kann man ein optional erhältliches Solarpanel verbinden, mit dem der Akku quasi nie wieder selber geladen werden muss.

Zur Befestigung der Türklingel kann diese entweder festgeklebt oder festgeschraubt werden. Der Monitor sollte in einem maximalen Abstand von 5m zur Türklingel im Inneren des Hauses aufgestellt oder an der Wand montiert werden. Da man ihn öfter braucht, finde ich ihn allerdings direkt hinter der Tür ein wenig verschwendet und würde ihn lieber dort aufstellen, wo man sich hauptsächlich aufhält. So ist er immer in Reichweite, wobei die Funktionen des Monitors am Ende auch über die SwitchBot-App zur Verfügung stehen.

Die Einrichtung der Geräte erfolgt über die SwitchBot-App. In dieser muss ein neues Gerät hinzugefügt und die Videotürklingel aus der Liste ausgewählt werden. Anschließend schaltet man die Türklingel über den Netzschalter auf der Rückseite ein und drückt am Monitor gleichzeitig die beiden Haupttasten, um beide Geräte in den Kopplungsmodus zu versetzen. Danach verbinden sich die Geräte miteinander sowie mit der App und können dort hinzugefügt, umbenannt und einem Raum zugeordnet werden. Zur Verbindung untereinander setzen die Geräte auf Bluetooth. Bei der Einbindung in die SwitchBot-App kann der Monitor aber mit dem WLAN verbunden werden.
Nach der Einbindung stand bei mir direkt ein Firmware-Update zur Verfügung. Dieses sorgt unter anderem dafür, dass der Monitor wie von SwitchBot angekündigt mit Matter-Support versorgt wird und als Matter Bridge genutzt werden kann. Außerdem bestand nach der Einbindung die Möglichkeit, die Speicherung der Videos über die SwitchBot-Cloud 30 Tage lang zu testen. Anschließend würden für diese jedoch je nach Anzahl an genutzten SwitchBot-Kameras zwischen 3,99 Euro (1 Kamera) und 34,99 Euro (10 Kameras, gerade im Angebot für 20,99 Euro) pro Monat anfallen.


Innerhalb der SwitchBot-App kann als erstes das Video der Türklingel betrachtet werden. Dieses ist dank der 2K-Auflösung wirklich gut und besser als bei den Kameras im Apple Home, die ja bekanntlich immer noch mit nur 1080p auflösen (geht auch, aber die Auflösung dürfte gerne höher sein). Darüber hinaus lassen sich per SwitchBot-App aufgezeichnete Ereignisse anschauen, die beim Auslösen der Türklingel oder des integrierten Bewegungsmelder aufgenommen werden.
Zu den weiteren Einstellungen der Türklingel gehören die Anpassung der Bewegungserkennung, Lautstärke, des LED-Lichts, der Entfernungswarnungen und der Schnellantworten. Mit letzteren kann man per Tastendruck auf dem Monitor eine vorgefertigte Antwort über die Türklingel abgespielt werden. Das soll laut SwitchBot besonders Kindern zugutekommen, falls sich diese alleine im Haus befinden und eine fremde Person vor der Tür steht. So ist für letztere nicht ersichtlich, dass sich im Haus nur ein Kind befindet.
In den Anzeige-Einstellungen lassen sich dann ein paar Änderungen am Monitor vornehmen. Dazu gehört die Helligkeit des Monitors, die Möglichkeit Zeit- oder Logo-Wasserzeichen anzuzeigen, die Nachtsicht zu aktivieren und die Standby-Zeit festzulegen oder ihn dauerhaft einzuschalten.
Zu guter letzt kann noch der freie bzw. belegte Speicher der im Monitor einsetzbaren SD-Karte überprüft, eine Historie aller Nutzungen eingesehen, ein SwitchBot Lock verbunden und eine Drittanbieter-Integration (Matter, Alexa, Google Hoome, Home Assistant, Homey) vorgenommen werden. Bei der Verbindung mit einem SwitchBot Lock lässt sich dieses über die Tasten des Monitors öffnen und schließen. Bezüglich des Apple Home sieht es trotz des Matter-Supports aber mau aus, denn lediglich der Monitor lässt sich als Bridge ins Apple Home einbinden. Die Türklingel ist nicht Apple Home-kompatibel.



Um den Monitor ins Apple Home einzubinden, muss der Code aus der SwitchBot-App kopiert und anschließend in der Home-App eingesetzt werden. Wie gesagt ist der Monitor nur ein Hub, über den per SwitchBot-App dann genau wie bei anderen SwitchBot Hubs „Sekundärgeräte“ hinzugefügt werden können. Leider wird jedoch nur maximal ein Gerät unterstützt. Zudem standen bei mir nicht alle Geräte zur Verfügung, die zum Beispiel über den Hub 3 ins Apple Home eingebunden werden konnten. Woran das liegt, kann ich aktuell leider nicht sagen. Es scheint aber so, als wäre der Matter-Support des Monitors nicht gleichwertig mit dem Matter-Support des SwitchBot Hub 3. Unter den Sekundärgeräten steht zudem weder beim Monitor noch beim Hub 3 die Video-Türklingel zur Einbindung ins Apple Home zur Verfügung. Das liegt daran, dass Matter bisher keine Kameras bzw. Videotürklingeln unterstützt und SwitchBot seine Kameras noch nie mit nativem HomeKit-Support ausgestattet hat. Demnach lässt sich die Videotürklingel zum aktuellen Zeitpunkt also gar nicht ins Apple Home einbinden.

Ich hoffe und gehe davon aus, dass SwitchBot die Videotürklingel mit Matter-Support ausstatten wird, sobald Kameras von Matter unterstützt werden. Wie eingangs erwähnt ist SwitchBot in dieser Hinsicht eigentlich sehr zuverlässig und hat immer wieder nachträglich für Apple Home-Support oder neue Features gesorgt. Bis Kameras allerdings von Matter unterstützt werden und SwitchBot ein Update veröffentlicht hat, kann ich die Türklingel für Apple Home-User gar nicht empfehlen. Hier lohnt sich lediglich der Monitor als Hub, wobei dieser im Gegensatz zu anderen SwitchBot Hubs auch ziemlich eingeschränkt ist. Für User die ausschließlich mit SwitchBot-Geräten unterwegs sind, kann sich die Video-Türklingel allerdings wieder lohnen. In diesem System funktioniert sie einwandfrei und bringt auch einen klaren Mehrwert, der so bisher nicht vorhanden war. In Kombination mit einem SwitchBot Lock und dem Keypad Vision bekommt man dort ein wirklich gutes System für die Sicherung und den Zugang seiner Haustüre.
Erhältlich ist die Türklingel inkl. Monitor zur UVP von 159,99 Euro. Über Amazon* bekommt man sie derzeit aber schon für 129,99 Euro. Über den SwitchBot Online-Shop* ist zudem ein Set mit Solarpanel (205,98 Euro) oder dem Lock Ultra (329,99 Euro) verfügbar.
