Ich konnte mir das Linus Smart Lock L2 Lite von Yale etwas genauer anschauen.

Seit etwa Mitte Dezember ist das Linus Smart Lock L2 Lite* von Yale erhältlich. Ich hab das Schloss jetzt ein paar Wochen bei mir im Einsatz und verrate euch heute die wichtigsten Details.
Der Lieferumfang besteht aus dem wahlweise in Schwarz oder Silber erhältlichen Smart Lock, einer Halterung für die Tür, einer Klebefläche, einem 2,5-Millimeter-Sechskantschlüssel zum Befestigen der Halterung, drei CR123A-Batterien (die für eine Laufzeit von bis zu 6 Monaten ausreichen sollen) und der Gebrauchsanweisung.

Das Schloss macht einen guten Eindruck und ist mit 61 x 72 mm sehr kompakt gehalten. Von der Bauform ähnelt es dem Nuki Smart Lock Pro bzw. Ultra. Qualitativ ist es vielleicht nicht ganz so hochwertig, dafür ist es preislich aber auch eine ganze Ecke günstiger (Nuki Pro: 269 Euro, Yale Linus L2 Lite: 139 Euro). Den Preisunterschied merkt man am Ende zum Beispiel in dem Griff oder im Motor, der bei Yale etwas länger zum Drehen des Schlüssels braucht. Störend ist das aus meiner Sicht aber nicht. Dementsprechend hat Yale hier schonmal ein optisch und qualitativ ziemlich interessantes Türschloss auf den Markt gebracht.
Auf der Front besitzt das Linus Smart Lock L2 Lite genau wie die Nuki-Modelle eine Taste, über die man die Tür auf- oder zusperren kann. Die KeySense-Funktion erlaubt zudem der zeitversetzte Abschließen durch ein längeres drücken. Aktiviert wird sie über die Yale-App.



Zur Montage muss die beiliegende Halterung über eine kleine Schraube an einem etwas herausstehenden Türzylinder (min. 3mm) festgeschraubt werden. Alternativ dazu kann sie auch festgeklebt werden. Anschließend setzt man den Schlüssel ein, steckt das Türschloss auf den Schlüssel und schraubt es auch nochmal über eine kleine Schraube an der Halterung fest. Das war es auch schon. Die Montage ist also in weniger als 10 Minuten erledigt.




Im Anschluss geht es an die Einrichtung, wofür in der Regel als erstes die Hersteller-App (in dem Fall die Yale-App) notwendig ist. Da das Schloss zur Verbindung auf Bluetooth bzw. Matter-over-Thread setzt, kann es aber auch ohne die Yale-App ins Apple Home eingebunden werden. Allerdings ist es für die Kalibrierung und ein paar weitere Funktionen unerlässlich, die Yale-App zu nutzen. Von daher komme ich als erstes zur Yale-App
Nachdem man in der App ein neues Gerät hinzugefügt und im Schloss die Batterien eingesetzt hat, wird letzteres auch schon zum Koppeln angezeigt. Nach einem Klick auf das Schloss gibt es eine Anleitung dazu, wie man es befestigt. Da das aber ziemlich einfach ist und von mir an dem Punkt auch schon erledigt war, konnte ich die Anleitung überspringen. Nach dem Koppeln mit der App kann das Schloss per WLAN verbunden und kalibriert werden. Für die WLAN-Verbindung ist über die Yale-App allerdings die Yale Bridge notwendig. Da ich diese nicht nutze, habe ich diesen Punkt ebenfalls wieder übersprungen. Die Kalibrierung war dann im Anschluss schnell erledigt. Hierbei muss man das Schloss lediglich per Hand in die von Yale angezeigten Stellungen drehen. Da ich es bei einer Tür mit beidseitiger Klinke nutze, sind auch nur die beiden Stellungen „geschlossen“ und „geöffnet (ohne ziehen der Türfalle)“ möglich.
Innerhalb der Yale-App kann das Schloss geöffnet und geschlossen werden. Darüber hinaus stehen diverse Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dazu gehören zum Beispiel die Aktivierung der Schloss-LED, die Benachrichtigungs-Einstellungen, ein Auto-Lock und ein Auto-Unlock-Modus (basierend auf Geofencing), die KeySense-Einstellungen bezüglichem dem Drücken der Taste, eine erneute Kalibrierung sowie WLAN- und Matter-Einstellungen.



Um das Schloss nach der Einrichtung per Yale-App ins Apple Home einzubinden, muss unter den Einstellungen der Menüpunkt Matter ausgewählt werden. In diesem wird der Matter-Code angezeigt und das Schloss in den Kopplungsmodus versetzt. Nach einer kurzen Ladezeit erscheinen die Matter-System-Apps (inkl. der Apple Home-App) und ihr könnt das Schloss per Klick zu der jeweiligen App hinzufügen. In der Home-App müsst ihr dann ebenfalls ein neues Gerät hinzufügen, den Matter-Code eingeben und darauf warten, dass das Schloss hinzugefügt wird. Beim Hinzufügen könnt ihr wie üblich den Namen ändern, das Schloss einem Raum zuordnen und Automationen aktivieren.
Per Apple Home funktioniert das Linus Smart Lock L2 Lite genau wie jedes andere Türsschloss. Das heißt, es kann wie in der Yale-App auf und zugeschlossen, in Automationen eingebunden und per Siri gesteuert werden. Besonderheiten gibt es nicht. Dank Matter-over-Thread wird außerdem nur ein HomePod oder Apple TV 4K zur Einbindung vorausgesetzt. Diesen fungieren zudem als Bridge für den Fernzugriff, weswegen man die Yale Bridge für die Nutzung per Apple Home oder den Fernzugriff per Apple Home nicht benötigt.

Der Kritikpunkt am Linus L2 Lite ist am Ende also nur, dass des abseits des Smartphones erstmal keine physische Möglichkeit zum Entsperren gibt, da dem Schloss kein Keypad oder NFC-Chip beiliegt. Man kann das Schloss aber natürlich später um das Yale Keypad 2* oder den Yale Dot* erweitern. Außerdem sollten User, die das Schloss hauptsächlich über die Yale-App nutzen, auch über eine Yale Bridge* nachdenken, da es sonst keine Möglichkeit gibt, dass Schloss aus der Ferne zu steuern. Per Apple Home sieht das dank DeanHomePod bzw. Apple TV 4K und Matter-over-Thread anders aus. Dort ist keine zusätzliche Bridge notwendig. Da ich das Schloss hauptsächlich per Apple Home nutze, habe ich auch kein weiteres Yale Zubehör im Einsatz. Das Keypad wäre allerdings interessant, da ein Smart Lock ohne Keypad auch irgendwie nur halb so toll ist.
Insgesamt macht das Linus Smart Lock L2 Lite* von Yale auf mich also einen wirklich sehr guten Eindruck. Es überzeugt mich sogar mehr, als das Linus Smart Lock L2*. Die Form ist modern und kompakt, die Qualität stimmt, die Montage ist einfach und schnell erledigt, es setzt auf Matter-over-Thread, es ist reaktionsschnell und es funktioniert am Ende einwandfrei. Viel mehr kann man eigentlich nicht erwarten.
