Neben den üblichen TV-Systemen gibt es mit TiVo OS ein weiteres und durchaus interessantes Betriebssystem, das sich allerdings auch noch im Aufbau befindet.

Ich habe seit einigen Wochen den JVC 50 Zoll QLED-TV 50VUQ3455* im Einsatz. Bisher bin ich aber leider noch nicht dazu gekommen, euch etwas genauer über diesen zu informieren. Speziell geht es mir allerdings auch nicht um den Fernseher, der unter anderem eine 4K UHD-Auflösung bietet, sondern viel mehr um das Betriebssystem TiVo OS. Dieses wird bereits von mehreren Herstellern wie zum Beispiel Sharp, Telefunken, Thomson, Medion, Panasonic – und wie in meinem Fall – JVC eingesetzt.
Zuerst einmal ein paar Worte zu TiVo OS. Zu diesem heißt es seitens des Anbieters Xperi Inc.: “Smart-TVs Powered by TiVo sind einfach zu bedienen und unkompliziert, so dass Sie die Kontrolle über Ihr Fernseherlebnis erhalten. Noch nie war es einfacher, das zu finden und zu sehen, was Sie lieben – reine Unterhaltung, auf Sie zugeschnitten!” Als wichtigste Features nennt man dabei eine intelligente Navigation inklusive der Suche über mehrere Streaming-Apps hinweg, personalisierte Empfehlungen, eine schnelle und einfache Einrichtung, eine aufgeräumte Benutzeroberfläche und ständige Verbesserungen. Im Detail sieht das wie folgt aus.
Zur Einrichtung wird ein Account benötigt, der natürlich kostenfrei angelegt werden kann. Das funktioniert in der Regel über die mitgelieferte Fernbedienung. Bei der Einrichtung legt man die gewünschte Sprache und das Land fest, kann einen privaten oder geschäftlichen Modus auswählen, den Bildmodus einstellen, den Fernseher mit dem WLAN verbinden und Geräte per Bluetooth oder Audio-Link koppeln. Außerdem war es in meinem Fall auch möglich, ein kostenfreies HD+ Abo über 6 Monate zu aktivieren. Das funktioniert aber auch nachträglich. Neben HD+ stehen über TiVO OS aber natürlich auch diverse andere Apps zur Verfügung.



Nach der Einrichtung bekommt man eine aufgeräumte Benutzeroberfläche inklusive eines übersichtlichen Menüs angezeigt, das links am Rand die Menüpunkte Startseite, TiVo+ Free, TV-Serien, Filme, eine Merkliste, eine App-Übersicht und die Einstellungen umfasst. Die Startseite beinhaltet persönliche Empfehlungen und die installierten Apps. Die Benutzeroberfläche ist aus meiner Sicht aufgeräumt und lässt einen somit sehr gut durch die Menüs, Apps oder Empfehlungen navigieren.


Bezüglich des integrierten App Stores ist zu erwähnen, dass dieser relativ eingeschränkt ist und nur von TiVo OS zugelassene Apps umfasst. Die bekanntesten App-Anbieter aus dem Streaming-Bereich sind in Form von YouTube, Netflix, Disney+, Prime Video, DAZN, ARD & ZDF, RTL+ oder Joyn aber mit eigenen Apps vertreten. Leider fehlen jedoch trotzdem ein paar wichtige Anbieter. Aus Apple-User-Sicht ist das vor allem Apple TV (+). Aber auch Paramount+ oder Anbieter wie Waipu und Zattoo sind bisher nicht vertreten (Update: Kurz vor der Veröffentlichung des Testberichts ist die Waipu TV-App erschienen). Aus persönlicher Sicht war das ein bisschen schade, da ich Waipu TV- und Apple TV (+)-Kunde bin. Da der Test durch eine Kooperation entstanden ist und ich dementsprechend nachhaken konnte, wurde mir mir aber gesagt, dass man natürlich daran arbeitet, den Store weiter auszubauen und immer mehr Apps anzubieten. Wer aktuell Apple TV (+) nutzen möchte, wird jedoch auf die Möglichkeit zur Buchung über die Prime Video-App verwiesen.
Neben den genannten Streaming-Apps bietet TiVo OS außerdem in Zusammenarbeit mit Rakuten TV ein integriertes Angebot an Fast-Sendern. Dort finden sich neben Sendern von Rakuten auch Bloomberg oder Sony Channels, die kostenfrei genutzt werden können. Zudem umfasst der App Store von TiVo OS auch noch einige Fun-Games für den kurzweiligen Zeitvertreib.



Eines der wichtigsten Features von TiVo OS ist dann die intelligente Suchfunktion, die über zahlreiche Apps hinweg funktioniert. Wer dort etwas sucht, findet also nicht nur die Filme und Serien aus einer App, sondern aus verschiedenen Apps. Ein Test mit der Suche nach “Walking Dead” lieferte dementsprechend Ergebnisse von verschiedenen Anbietern (siehe Bild). Demnach funktioniert die Suche also sehr gut. In Kombination mit einer Sprachfernbedienung kann sie sogar per Stimme vorgenommen werden. Zudem kann nicht nur nach Filmen und Serien, sondern auch nach Schauspielern oder Genres gesucht werden.
Ebenfalls praktisch ist die Watchlist von TiVo OS. In dieser können ähnlich wie bei der Suche nicht nur Filme und Serien aus einer App hinterlegt werden, sondern aus mehreren Apps. So ist es deutlich einfacher, den Überblick zu behalten.

Über einen Punkt müssen wir dann zum Schluss aber leider auch noch kurz sprechen, denn TiVo OS bietet als System aktuell keine Unterstützung für Apple AirPlay oder HomeKit. Dementsprechend ist eine Integration ins Apple Home oder eine einfache Möglichkeit zum Streamen der Inhalte vom iPhone oder iPad nicht vorhanden. Gerade aus Apple User-Sicht ist das schon ein bisschen ärgerlich, denn ansonsten ist TiVo OS ein gut gemachtes System.
Wer nicht auf die Apple Features angewiesen ist, der kann aber durchaus bei einem Modell mit TiVo OS zugreifen. Es bietet allerlei praktische Features und unterstützt die gängigsten Streaming-Anbieter. Zudem will man wie gesagt an der Integration von weiteren Apps arbeiten und regelmäßig Updates zur Verfügung stellen. Im Fall von Waipu TV hat man das gerade eben erst gemacht. Wie immer gilt aber auch, dass man nicht aufgrund von Versprechungen für die Zukunft zugreifen sollte. Dennoch macht TiVo OS auch jetzt schon einen sehr guten Eindruck und man darf gespannt sein, wie es sich in Zukunft weiterentwickelt.

Hallöle, echt schickes Gerät.
Aber wie es meist so ist, mein Geld ist knapp, und als dieser bei Media Markt neu rein kam, wollten die für das Gerät 699 Euro. Jetzt kostet er im Onlineshop weniger.
Ich brauche noch immer einen neuen Fernseher, da mein Hund gegen meinen gesprungen ist. Nun gucke ich seit einiger Zeit mit meinem bunten gepixelten Fleck und kaum noch Ton fern.
Der Sound hat mir ganz gut gefallen. Ich lege oft größeren Wert auf die Tonqualität wie auf das Bild.