Ich hab den Aqara Climate Sensor W100 ausprobiert. Hier gibt es meinen Testbericht dazu.

Seit kurzem bietet Aqara mit dem Climate Sensor W100* einen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmesser an, der sowohl über Thread als auch Zigbee-Support verfügt. Ich konnte den Sensor jetzt ein bisschen ausprobieren und erzähle euch heute mal etwas darüber.
Zum Lieferumfang gehört der aus Aluminium gefertige und 8,6 x 8,6 x 1,3 cm große sowie 110 Gramm schwere Climate Sensor W100, der hierzulande entweder als Raumthermostat W100 oder Temperaturregler W100 bezeichnet wird. Neben diesem liegt dem Paket noch ein wenig Papierkram und eine kleine Halterung bei. Letztere kann auf der Rückseite des Sensor befestigt werden kann und dient diesem dann als Aufsteller.

Der Aqara Climate Sensor W100 verfügt über drei Tasten (Plus, Leer, Minus) und ein 3,4 Zoll großes Display. Auf letzterem zeigt er die Temperatur und Luftfeuchtigkeit der integrierten Sensoren in Echtzeit an. Bei einer Bewegung des Sensors ändern sich die Werte also im Gegensatz zu anderen Sensoren sofort sichtbar. Außerdem können auf dem Display auch die Werte weiterer Aqara Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmesser im Sekundärbildschirm (kleinere Anzeige am unteren Rand) dargestellt werden, wenn diese per App mit dem W100 gekoppelt wurden. Koppelt man keine weiteren Sensoren, werden im Sekundärbildschirm automatisch die Werte des lokalen Wetterberichts angezeigt.
Die Stromversorgung des Climate Sensor W100 erfolgt über zwei CR2450 Batterien, die für eine Laufzeit von mehr als zwei Jahren ausreichen sollen (2,4 Jahre im Zigbee-Modus, 2,3 Jahre im Thread-Modus).

Zur Einbindung ins System empfiehlt es sich, den Sensor erst einmal in der Aqara-App hinzuzufügen. Wie gesagt hat man dabei die Wahl zwischen einer Verbindung per Thread oder Zigbee. Ich habe den Sensor per Zigbee ins System integriert, da diese Verbindung im Gegensatz zur Thread-Verbindung ein paar zusätzliche Features mit sich bringt. Zu den Features gehören die angesprochene Kopplung mit weiteren Aqara Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmessern oder die Kopplung mit Aqara Heizkörper-Thermostaten bzw. HVAC-Systemem wie einer Infrarot-Klimaanlage. Im Fall der Thermostate und Co. lassen sich diese dann über die Plus- und Minus-Taste in der Temperatur anpassen.

In der Aqara-App kann neben der Kopplung von weiteren Geräten außerdem die Temperatur und Luftfeuchtigkeit des Climate Sensor W100 eingesehen werden. Darüber hinaus stehen eine Historie der gemessenen Werte und ein paar Einstellungen zur Verfügung. Zu letzterem gehören zum Beispiel die Alarmeinstellungen, die bei selbst eingestellten Werten (Temperatur zwischen -20 und +60 Grad, Luftfeuchtigkeit 0 – 100 Prozent) eine Benachrichtigung auslösen. Außerdem kann die Komfortstufeneinstellungen vorgenommen werden, bei der ein idealer Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsbereich angegeben werden kann, welcher auf der Startseite dann als „Angenehm“ dargestellt wird.
Zu guter letzt kann man über die Aqara-App auch noch die Displayanzeige nach einer gewissen Zeit deaktivieren oder dauerhaft eingeschaltet lassen. Außerdem lässt sich zwischen vier Stufen zur Messung auswählen, die entweder die Genauigkeit erhöhen oder die Akkulaufzeit verlängern. Ich nutze bisher die Standard-Einstellungen.


Ins Apple Home wird der Aqara Climate Sensor W100 bei einer Zigbee-Verbindung über einen Aqara Hub automatisch eingebunden. Bei einer Thread-Verbindung wird wie üblich kein Aqara Hub, sondern ausschließlich ein HomePod oder Apple TV mit Thread-Unterstützung benötigt.
Im Apple Home stehen neben den Werten für die Temperatur und Luftfeuchtigkeit außerdem noch die drei Tasten zur Verfügung. Diese können jeweils dreifach belegt werden (einmal, doppelt, lange drücken). Insgesamt lassen sich damit bis zu neun Aktionen hinterlegen, mit denen Geräte gesteuert oder Szenen und Automationen ausgelöst werden können.

Insgesamt funktioniert der W100 bei mir sehr gut. Ich nutze ihn bisher hauptsächlich am Schreibtisch, da ich eigentlich schon entsprechende Sensoren in jedem Raum habe und dort am meisten mit den Tasten des Sensors anfangen kann. Im Prinzip erfüllt er bei mir nämlich mehr die Funktion einer Fernbedienung, als das ich ihn für die Temperatur und Luftfeuchtigkeit benötige. Wobei es natürlich praktisch ist, diese jederzeit einsehen zu können, ohne erst eine App öffnen zu müssen. Das machen andere Geräte aber auch, wie zum Beispiel das SwitchBot Meter Pro (CO2 Monitor) oder der Meross MS130, die ich ebenfalls im Einsatz habe. Der SwitchBot Meter Pro (CO2 Monitor) bietet gegenüber dem Aqara Climate Sensor W100 den Vorteil, dass auch noch eine CO2-Messung zur Verfügung steht (nur über die SwitchBot-App und nicht per Apple Home). Meross hingegen bietet zusätzlich zur Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmessung auch noch eine Helligkeitsmessung (auch per Apple Home) und eine Hintergrundbeleuchtung des Displays, auf dem zudem die aktuelle Uhrzeit angezeigt wird. Letzteres wäre bei Aqara auch ganz schön gewesen. Dafür ist der Sensor von Aqara wiederum ein wenig dünner, was ihn optisch vielleicht etwas ansprechender macht.


Kritisieren kann ich am Ende also wenig am Aqara Climate Sensor W100. Er funktioniert einwandfrei, zeigt die Daten in Echtzeit an, unterstützt sowohl Thread als auch Zigbee und ist wie gesagt ganz praktisch als Fernbedienung fürs Apple Home. Der Preis ist mit 39,99 Euro in Ordnung, wobei es zukünftig sicherlich auch immer wieder Angebote geben sollte. Das ist bei Aqara-Geräten eigentlich üblich, Von daher sollte er in Zukunft regelmäßig um 15 – 20 Prozent günstiger zu haben sein. Kaufen kann man ihn zum Beispiel über Amazon*.
