REVIEW: Homey Pro (2023)

Ich hab mir den Homey Pro 2023 angesehen und verrate euch heute alles was ihr über den Universal-Hub wissen müsst.

Hubs, Hubs und noch mehr Hubs. Wenn man verschiedene HomeKit-Hersteller im Einsatz hat, dann kann es leicht dazu kommen, dass man auch diverse Hubs bei sich Zuhause rumstehen hat. Leider ist es so, dass immer noch viele Hersteller zur smarten Steuerung und Verbindung der eigenen HomeKit-Geräte einen Hub voraussetzen. Unter anderem gilt das zum Beispiel für Philips Hue, Aqara, Tado, einen Teil der Meross-Geräte usw. Da ich selber aber nicht der größte Fan von Hubs bin, wäre es ja schön, vielleicht nur einen einzigen Hub im Haus zu haben, über den sich alle Geräte einbinden lassen. Genau mit diesem Versprechen tritt der neue Homey Pro (2023) Hub an, und um es schonmal vorweg zu nehmen. Er macht seine Sache bereits sehr sehr gut. Doch der Reihe nach.

Wie immer werfen wir zuerst einen Blick auf den Lieferumfang. Zu diesem gehören neben dem runden und im Durchmesser 13 Zentimeter breiten und 4 Zentimeter hohen Homey Hub lediglich noch ein USB-C Kabel und ein passendes Netzteil. Das war es dann auch schon.

Der Hub selber sieht nicht nur optisch Top aus, er ist obendrein auch noch mit einem kleinen LED Ring ausgestattet, der je nach Aktion in verschiedenen Farben leuchtet (aber auch komplett deaktiviert werden kann). Zur Stromversorgung setzt man auf einen USB-C Port sowie das im Lieferumfang enthaltene USB-C Kabel und Netzteil. Im Inneren kommt ein Raspberry Pi Compute Module mit 2 GB DDR4-Arbeitsspeicher und 8 GB Speicherplatz zum Einsatz.

Die Verbindung mit eurem Netztwerk erfolgt per WLAN. Optional könnt ihr euch zum Homey Pro aber auch einen Ethernet Adapter bestellen, der den Hub dann mit einer direkten Kabelverbindung ins Internet bringt.

Der Homey Pro Hub lässt sich über die optisch aufgeräumte und durchdachte Homey-App einrichten. Hierzu müsst ihr euch als erstes einen Account erstellen. Danach erfolgt die Einrichtung durch Hinzufügen eines neuen Hubs. Nach einem kurzen Einrichtungsprozess und ein paar Infos die ihr über euer Zuhause bereitstellen sollt (z.B. welche Räume gibt es, wie viele Etagen hat das Haus, wo befindet sich euer Zuhause (für Geofencing)), ist der Homey Hub dann auch schon einsatzbereit.

Nach der Eirnichtung des Hubs lassen sich erste Geräte hinzufügen. Hierzu geht ihr auf den zweiten Reiter „Geräte“ und drückt auf den Plus-Button. Anschließend könnt ihr diverse Geräte einbinden. Zum Test habe ich es unter anderem mit einem IKEA Tradfri E27 Leuchtmittel (Zigbee), dem Aqara Motion Sensor P1 (Zigbee), dem Aqara Contact Sensor (Zigbee), dem Fibaro Motion Sensore (Z-Wave Plus), der Fibaro Smart Plug (Z-Wave Plus) oder der smarten Trust Socket Switch Steckdose (WLAN) ausprobiert.

Anhand der Geräte merkt ihr schon, dass der Homey Pro Hub verschiedene Protokolle unterstützt. Neben Zigbee 3.0, Z-Wave Plus oder WLAN gehören dazu außerdem auch Bluetooth Low Energy 5.0, 433 MHz, Infrarot sowie Matter. Außerdem möchte man im vierten Quartal 2023 ein Update mit Thread-Support nachreichen, um die Geschwindigkeiten und die Stabilität noch einmal zu verbessern und den Hub zum Thread-Border-Router aufzuwerten.

Die Einrichtung der einzelnen Geräte erfolgt auf verschiedene Arten. Zum Beispiel sei hier kurz erwähnt, das ihr das IKEA Tradfri Leuchtmittel in eine passende Lampe einsetzen und dann sechsmal ein- und ausschalten müsst. Anschließend erkennt der Hub das Leuchtmittel von ganz alleine. Beim Aqara Motion Sensor P1 musste der Button am Gerät kurze Zeit gedrückt gehalten werden und auch hier wurde das Gerät sofort erkannt und dem System hinzugefügt. Sollte die automatische Erkennung einmal nicht auf Anhieb funktionieren, könnt ihr die Geräte aber auch manuell über die Hersteller-Apps (innerhalb von Homey) hinzufügen. Dazu sucht ihr einfach nach den entsprechenden Herstellern und wählt das Gerät über die verfügbaren Produkte aus. Danach startet ein kurzer Einrichtungsprozess der euch erklärt, wie ihr die Geräte hinzufügen könnt.

Einmal eingebunden lassen sich die gekoppelten Geräte über die Homey-App steuern. Unter anderem könnt ihr sie hier ein- und ausschalten, die Helligkeiten anpassen, euch über Bewegungserkennungen informieren lassen, die Raum-Helligkeit über einen Helligkeigtssensor in den Geräten anzeigen lassen, den Akkustand einsehen oder auf eine Stromverbrauchsmessung und einen Aktivitätsverlauf zugreifen.

Darüber hinaus bietet die App sogenannte Flows (Wenn-Und-Dann-Funktion), die im Prinzip Automationen darstellen. Hier könnt ihr verschiedene Geräte miteinander verbinden (z.B Licht einschalten wenn Bewegung erkannt), aber auch deutlich komplexere Automationen erstellen. Letztere richtet ihr bestenfalls über die Web-App ein, in der euch neben den „Standard“ Flows auch noch die Advanced Flows zur Verfügung stehen. Diese bieten deutlich mehr Möglichkeiten und Individualisierung, richten sich aber wohl auch eher an erfahrene Nutzer.

Zu guter Letzt bietet die Homey-App aber auch noch die Möglichkeit zur Installation von Plugins (Apps genannt). Diese stammen teilweise von Homey selber, teilweise aber auch von der sehr fleißigen und aktiven Community. Unter anderem hat letztere das Plugin „HomeKitty“ entwickelt. Installiert ihr euch dieses auf eurem Hub, könnt ihr diesen über die Home-App (oder eine andere HomeKit-App) zu eurem HomeKit-System hinzufügen und anschließend quasi auch (fast) alle mit dem Hub verbundenen Geräte an euer HomeKit-System durchreichen. Ganz egal, ob sie offiziell HomeKit zertifiziert sind oder nicht.

Einmal eingerichtet, bietet euch das HomeKitty-Plugin die Möglichkeit, die mit dem Hub verbundenen Geräte manuell hinzuzufügen, oder automatisch alle mit dem Hub verbundenen Geräte an HomeKit durchzureichen. Letzteres passiert dann automatisch und sie landen beim Export an HomeKit im „Standardraum“.

Innerhalb von HomeKit lassen sich die über den Homey Pro eingebundenen Geräte genau wie alle anderen HomeKit-Geräte steuern. Ihr erhaltet zwar die Info, dass die Geräte nicht offiziell HomeKit-zertifiziert sind und dementsprechend fehlerhaft funktionieren könnten, bisher arbeiten sie bei mir aber alle genauso zuverlässig wie die offiziell HomeKit-zeritifizierten Geräte.

Am Ende bleibt mir also eigentlich nur zu sagen, dass ich ziemlich begeistert bin. Athom, das Unternehmen hinter dem Homey Pro, hat hier nicht nur einen erstklassigen Hub mit so gut wie allen wichtigen Verbindungsstandards auf den Markt gebracht, man hat sich auch intensiv Gedanken über die Software gemacht und diese mithilfe einer sehr aktiven Community um tolle Plugins und Co. erweitert. Dadurch schafft man Möglichkeiten, die zum aktuellen Zeitpunkt wohl ihresgleichen suchen.

Mich als HomeKit-Nutzer freut es natürlich auch umso mehr, dass sich über den Homey Hub Geräte einbinden lassen, die eigentlich keinen HomeKit-Support bieten. Dadurch bekommt man ganz neue Möglichkeiten, wobei ich auch sagen sollte, dass ich vorzugsweise weiterhin offiziell zertifizierte HomeKit-Geräte einsetzen werde. Dank des Homey Pro 2023 werde ich aber zukünftig auch mal nach Geräten schauen, die keinen HomeKit-Support bieten und sich über den Hub einbinden lassen.

Einen kleinen Haken gibt es zum Schluss aber leider doch noch. Über den Homey Pro 2023 können keine Firmware-Updates geladen werden. Diese stellen die Hersteller in der Regel nur über ihre eigenen Hubs zur Verfügung. Sollte es also mal Probleme geben und ein Firmware-Update der mit dem Hub verbundenen Geräte notwendig sein, seid ihr auf die jeweiligen Hersteller Hubs angewiesen. Bisher kam das bei mir aber noch nicht vor und alle verbundenen Geräte haben ohne Probleme funktioniert.

Falls ihr euch nach den ganzen Infos für den Homey Pro (2023) interessieren solltet, dann bekommt ihr diesen zum Preis von 399 Euro über Amazon oder den Homey-Shop. Sicherlich ist der Preis nicht gerade gering, aufgrund der Möglichkeiten finde ich ihn aber auch wieder gerechtfertigt. Wer nicht ganz so viel investieren möchte, bekommt mit der Homey Bridge aber auch eine preiswertere Lösung geboten, die jedoch in ihrem Funktionsumfang nicht ganz so umfangreich ist wie der Homey Pro.

Homey Pro (2023)
HomeKit-Bridge, WLAN, Bluetooth, 433 MHz, Z-Wave, Zigbee, Infrarot, Ethernet, Matter, Thread
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