Tineco Floor One S9 Artist Boost Steam Premium im Test

Der Tineco Floor One S9 Artist Boost Steam Premium kombiniert Saugen und Wischen mit einer zuschaltbaren Dampffunktion. Wir haben uns den Wischsauger einmal genauer ausprobiert.

KI-editiert

Mit dem Floor One S9 Artist Boost Steam* bietet Tineco einen Wischsauger an, der auch hartnäckige Verschmutzungen mithilfe von Dampf lösen soll. Wir konnten uns das Gerät bereits auf der IFA anschauen und jetzt auch zu Hause etwas ausführlicher nutzen. Getestet haben wir die Premium-Ausführung, deren unverbindliche Preisempfehlung bei 799 Euro liegt und die ihr über Otto* bekommt. Die reguläre Variante kostet 699 Euro und ist bei Tineco* erhältlich. .

Die beiden Ausführungen unterscheiden sich durch ihre Farbe und das mitgelieferte Zubehör. Während das Standardmodell in einem hellen Lilaton gehalten ist, kommt die Premium-Version in Silberbraun daher. Bei unserem Gerät gehörten neben der Reinigungs- und Ladestation zwei zusätzliche Bürstenrollen, zwei zusätzliche Trockenfilter, eine Reinigungsbürste und die Bedienungsanleitung zum Lieferumfang. Die Standardausführung enthält jeweils nur eine zusätzliche Bürstenrolle und einen zusätzlichen Filter.

Optisch hinterlässt der S9 Artist Boost Steam Premium einen hochwertigen Eindruck. Die dezente Beleuchtung passt zum Design, während das 2-Zoll-Farbdisplay die wichtigsten Informationen während der Reinigung anzeigt. Das Gerät wiegt rund 6,1 Kilogramm, lässt sich dank seiner Motorunterstützung aber angenehm leicht vor- und zurückbewegen. Der ergonomische Griff trägt dazu bei, dass die Führung auch bei längeren Reinigungsvorgängen komfortabel bleibt.

Zur ersten Inbetriebnahme wird die Station ans Stromnetz angeschlossen und der Sauger geladen. Der Frischwassertank fasst 0,88 Liter und lässt sich einhändig entnehmen. Das erwies sich beim Nachfüllen als praktisch. Weniger günstig ist die seitlich angeordnete Einfüllöffnung, durch die das Befüllen unter einem niedrigen Wasserhahn etwas umständlich werden kann. Der Schmutzwassertank bietet ein Volumen von 0,8 Litern.

Für die Bodenreinigung stehen vier Modi zur Verfügung. Im Automatikmodus wird die Reinigungsleistung an die erkannte Verschmutzung angepasst. Der Maximalmodus bietet die höchste Saug- und Wischleistung, während der Leise-Modus die Geräuschentwicklung reduziert. Hinzu kommt ein Saugmodus zum Aufnehmen von Flüssigkeiten. Die maximale Saugleistung gibt Tineco mit 25.000 Pa an.

Für festsitzende Verschmutzungen lässt sich zusätzlich die Dampffunktion aktivieren. Tineco nennt dafür eine Temperatur von bis zu 230 Grad Celsius. Im Test haben wir damit unter anderem eingetrocknetes Katzen-Erbrochenes bearbeitet. Eine Besonderheit ist die per Knopfdruck wechselbare Drehrichtung der Bürstenrolle: Zusammen mit dem Dampf soll sie klebrige und eingetrocknete Rückstände nicht nur aufweichen, sondern auch mechanisch lösen.

Der Dampf wird jeweils für ungefähr 30 Sekunden zugeschaltet. Für eine längere Bearbeitung muss die Funktion erneut per Knopfdruck gestartet werden. Das lässt sich gezielt für einzelne Flecken nutzen, bedeutet bei mehreren hartnäckigen Stellen aber auch wiederholtes Nachdrücken.

Besonders positiv fiel im Alltag die leichtgängige Führung auf. Trotz seines Gewichts lässt sich der Sauger ohne großen Kraftaufwand bewegen. Durch die flache Bauweise erreicht er zudem auch sehr gut Bereiche unter Möbeln. Beim Ausschalten hilft die motorische Aufrichtunterstützung dabei, das Gerät wieder in die aufrechte Position zu bringen.

Nach rund 55 Minuten im Einsatz zeigte der Wischsauger noch etwa zehn Prozent Akkukapazität an. Die angegebene Laufzeit von bis zu 60 Minuten erscheint unter unseren Testbedingungen damit realistisch. Wie lange der Akku tatsächlich durchhält, hängt allerdings vom gewählten Modus und der Nutzung der Dampffunktion ab. Um ihn anschließend wieder vollständige aufzuladen benötigt es ungefähr dreieinhalb Stunden.

Nach der Bodenreinigung und während des Ladens übernimmt die Station die Selbstreinigung und Trocknung der Bürstenrolle. Dafür wird laut Tineco bis zu 110 Grad Celsius heiße Luft verwendet. Die schnelle Trocknung dauerte bei uns ungefähr fünf Minuten, war dabei allerdings unangenehm laut. Selbst die leisere Einstellung blieb deutlich hörbar. Wer den Sauger spät am Abend nutzt, sollte das bei der Wahl des Stationsplatzes berücksichtigen.

Der Schmutzwassertank muss anschließend weiterhin von Hand geleert und ausgespült werden. Die automatische Nachbereitung nimmt einem also Arbeit ab, ersetzt die Pflege des Geräts aber nicht vollständig. Eine unangenehme Geruchsentwicklung an der Bürstenrolle haben wir während der ersten Nutzungstage nicht festgestellt.

Zusätzliche Einstellungen lassen sich dann noch über die Tineco-App vornehmen. Mit dieser verbindet sich der Sauger per WLAN. Dafür ist ein Tineco-Konto erforderlich. In der App können unter anderem die Lautstärke der Sprachausgabe und die Unterstützung der angetriebenen Räder in jeweils drei Stufen angepasst werden. Die Beleuchtung und die automatische Aufrichtunterstützung lassen sich ein- oder ausschalten. Außerdem stehen Informationen zur letzten Reinigung sowie die Auswahl zwischen schneller und leiser Rollentrocknung zur Verfügung.

Die Sprache der integrierten Sprachausgabe wird ebenfalls über die App eingestellt. Ab Werk war bei unserem Gerät Englisch ausgewählt. Alternativ stehen Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch bereit. Für diese Anpassung ist die App somit auch dann relevant, wenn ihr die übrigen Einstellungen kaum nutzen möchtet.

Unser Fazit zum Tineco S9 Artist Boost Steam Premium fällt insgesamt positiv aus. Besonders die leichtgängige Führung, die Aufrichtunterstützung und die im Test überzeugende Akkulaufzeit machen die Reinigung angenehm. Die zuschaltbare Dampffunktion und die wechselbare Drehrichtung der Bürstenrolle ergänzen das Gerät für hartnäckige Verschmutzungen. Weniger gefallen haben uns die laute Trocknung, die allerdings auch bei vergleichbaren Geräten nicht viel leiser ist.

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 799 Euro ist die Premium-Version allerdings eine teure Anschaffung. Ob sich der Aufpreis von 100 Euro gegenüber dem Standardmodell lohnt, hängt vor allem davon ab, wie wichtig euch die andere Farbe und die zusätzlichen Ersatzrollen und Filter sind. Für die eigentliche Kaufentscheidung sind aus unserer Sicht die Dampffunktion und der hohe Bedienkomfort die interessanteren Argumente.

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